01:06 27 Januar 2020
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kommt am Montag, dem 9. Oktober, zu einem Arbeitsbesuch nach Kiew – eine reine Höflichkeitsvisite, sagt der Politologe Rostislaw Ischtschenko. Denn was hätte die Türkei schon von einer Partnerschaft mit der Ukraine?

    Das Treffen in Kiew diene einfach nur dazu, „bestimmte Verfahren“ abzuarbeiten, „die man einst etabliert und für notwendig erachtet hat, die heute jedoch überflüssig geworden sind“, sagte der Experte im Sputnik-Gespräch.

    Beispielsweise werde bei Erdogans Besuch in Kiew der Strategische Hohe Rat tagen, gibt das ukrainische Präsidialamt auf seiner Website bekannt. Den Ratsvorsitz teilen sich die beiden Präsidenten. Laut dem Präsidialamt in Kiew wollen Erdogan und sein ukrainischer Amtskollege Petro Poroschenko auf dieser Plattform besprechen, wie die Beziehungen beider Länder vertieft werden könnten. Auch soll die Lage der Krim-Tataren erörtert werden.

    Der Experte erklärt, warum der Rat eigentlich tagen soll: So eine Einrichtung wie den Strategischen Rat könne man nämlich nicht einfach so entsorgen. Wenn er einmal gegründet worden sei, „muss er auch regelmäßig tagen“, sagt der Politologe.

    Aber darüber hinaus könne von einer Partnerschaft zwischen Ankara und Kiew keine Rede sein. Wirtschaftlich gibt es mit der Ukraine „nichts zu handeln“. Und politisch? „Da haben die beiden Länder in Allem diametral entgegengesetzte Positionen“, so der Analyst. „Selbst in der Frage der Krim-Tataren… Heute leben die Krim-Tataren auf der russischen Krim. Wer von ihnen in der Ukraine geblieben ist – das sind nur ein paar großspurige Politiker, die das Volk nicht repräsentieren.“

    Allein schon um sich aus dieser Zusammenarbeit langsam zu verabschieden, müsse die Türkei mit der Ukraine darüber sprechen.

    Ansonsten bedeutet Erdogans Besuch in Kiew nicht viel: „Das ist eine Visite, um die einst wichtigen Formate vielleicht nicht gänzlich einzustellen, sondern sie – sagen wir – stillzulegen“, sagt der Politologe.

    Recep Tayyip Erdogan
    © REUTERS / Yasin Bulbul/Presidential Palace
    Dass die Türkei die bilateralen Beziehungen zur Ukraine nicht einfach verwerfen möchte, erklärt der Experte so: „Diese Verfahren wurden vor fünf, zehn, fünfzehn Jahren etabliert – als die Situation in der Region eine noch ganz andere war und die Türkei die Ukraine anders bewertete. Es ist aber unklar, was in den nächsten fünf, zehn oder fünfzehn Jahren sein wird. Deshalb ist Erdogan daran gelegen, diese Verfahren sorgfältig und höflich stillzulegen. Es könnte ja sein, dass man sie wieder braucht. Und wenn nicht, ist auch gut.“

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    Tags:
    Analyse, Besuch, Beziehungen, Partnerschaft, Recep Tayyip Erdogan, Petro Poroschenko, Türkei, Ukraine