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02:20 19 September 2019
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    US-Waffen (Symbolbild)

    USA: Waffendeals für IS-Terroristen in Syrien – Experte sieht „US-Langzeitstrategie“

    © AP Photo / Bilal Hussein
    Politik
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    Das syrische Militär berichtet: Extremistische Gruppen wie der „Islamische Staat“ (IS) oder die „Al-Nusra-Front“ benutzen US-amerikanische Waffen. Zuletzt bei einem Angriff auf die russische Militärpolizei in Idlib. „Die USA liefern Waffen an Terroristen“, so Damaskus. Militär-Experte Jürgen Rose gibt exklusiv für Sputnik eine Einschätzung.

    Dass die USA gemeinsam mit westlichen Partnern eigene Waffenfabrikate im Nahen Osten an Terroristen und extremistische Gruppen liefern, sei ein altbekanntes Muster. „Das ist nun gar nichts neues“, sagte Jürgen Rose, Oberstleutnant a.D. der Bundeswehr, im Sputnik-Interview. „Selbst der ehemalige US-amerikanische Vize-Präsident Joe Biden hat das eingeräumt. Damals noch zur Zeit der Präsidentschaft von Obama. Nämlich: Dass die USA diejenigen Kräfte, die gegen das Assad-Regime in Damaskus kämpfen, mit Ausrüstung und Waffen beliefern.“

    Das habe ebenso der „berühmte, investigative“ US-Journalist Seymour Hersh in einem ausführlichen Beitrag für die „London Review“ geschildert am Beispiel der Zeit nach dem Sturz Gaddafis in Libyen um 2011 herum. „Mithilfe der CIA und des britischen Auslandsgeheimdienstes MI-6 sind (damals) Waffenlieferungen aus Libyen über die Türkei nach Syrien organisiert worden“, erklärte Rose. „Dort wurde vor allem die Dschabhat an-Nusra, die sich heute unbenannt hat, die kampfkräftigste Anti-Assad-Truppe, mit den Waffen aus den Arsenalen Gaddafis beliefert. Um gegen die Assad-Armee zu kämpfen. Finanziert wurde das hauptsächlich von Saudi-Arabien, Katar und den Golfstaaten.“ Der Punkt sei, dass viele dieser Waffenlieferungen, „die die Amerikaner unterschiedslos“ an sämtliche Anti-Assad-Gruppen geliefert haben, „unvermeidbar auch an extremistische Terrororganisationen wie dem IS“ gelangt sind.

    US-Waffendeals für Terroristen: „Altes Muster“

    „Ungeachtet aller Warnungen fuhr das Weiße Haus jedoch fort, materielle Unterstützung in Gestalt von Waffen, PR, Kommunikationen, Finanzierung, Training, internationale Legitimität, und mehr an jene Formationen zu leisten, die offiziell als terroristische Organisationen gelistet waren“,  schrieb Rose bereits im April 2017 in seiner Syrien-Analyse „Schlachtfeld Nahost – Krieg gegen den «Islamischen Staat».  Das gleiche Muster passiere auch heute noch.

    Neben den USA gebe es viele internationale Akteure in Syrien, die dort „unbefugt“ agieren. Darunter die Briten. Auch „die Franzosen sind weiterhin sehr stark“ dort vertreten. So vermeldeten syrische Armeesprecher, dass auch Waffen aus französischer Produktion bei islamistischen Terroristen in Syrien gesichtet worden.

    „Viele, viele Akteure operieren in Syrien unbefugt und in völkerrechtlich verbrecherischer Weise. Außer den russischen Truppen: Sie sind die einzigen, die sich auf völkerrechtlich gesichertem Grund bewegen, denn sie haben einen Bündnisvertrag mit Syrien.“ Die Russen seien zudem mit Einverständnis der syrischen Regierung dort tätig. 

    Alexander Boos

    Das komplette Interview mit Militär-Experte Jürgen Rose zum Nachhören:

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    Tags:
    Analyse, Waffenlieferungen, IS, Russland, Syrien, USA