03:09 21 Oktober 2017
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    Südkorea und USA üben Landung in Nordkorea (Symbolbild)

    Experten: Möglicher Krieg USA-Nordkorea in erster Etappe ohne Atomwaffen

    © Foto: U.S. Marine / Michael Schellenbach
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    Die jüngste Erklärung von US-Präsident Donald Trump, wonach in Bezug auf Nordkorea „nur eine Sache funktionieren wird“, hat Befürchtungen erhärtet, dass der Konflikt doch noch militärisch gelöst wird. Das schreibt die Moskauer Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" in einem Beitrag, der in der Mittwoch-Ausgabe abgedruckt wird.

    Bekannt wurde, dass Seoul unter anderem Graphitbomben gegen den Norden einsetzen will. Experten sind einhelliger Meinung, dass die Gefahr militärischer Konfrontation zunimmt. Aber in der ersten Phase werden die Gegner auf den Einsatz von Atomwaffen verzichten.

    Pjöngjang tut ebenfalls keine Schritte zum Abbau der Spannungen. In seiner jüngsten Rede vor dem Zentralkomitee der Partei der Arbeit Koreas (PdAK) nannte deren Führer Kim Jong-un das Atomprogramm Nordkoreas als „wertvolles Schwert“, das „das Land vor Aggression schützen wird“.

    Südkoreanische Medien berichten unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Abgeordneten von der regierenden Partei, dass es nordkoreanischen Hackern gelungen war, das Netz der südkoreanischen Armee zu knacken und 235 Gigabytes Geheimdaten zu entwenden. Darunter sei der operative Plan Nummer 5015, der für den Kriegsfall Attacken auf Kims Bunker vorsieht.

    Die südkoreanische Agentur Yonhap meldet, dass Seoul Graphitbomben gegen den Norden einsetzen will. Solche Munition soll nordkoreanische Stromnetze lahmlegen. Auch Sendeanlagen für Telekommunikation und Medien können so gezielt gestört werden.

    Der russische Militärexperte Wladimir Jewsejew schloss in einem Interview mit "Nesawissimaja Gaseta" nicht aus, dass die Führungen Südkoreas und Japans erst unmittelbar vor dem eventuellen Schlag davon in Kenntnis gesetzt werden. „Angegriffen werden geortete Ziele, darunter Stützpunkte ballistischer Raketen, aber auch Flughäfen, Kommandozentralen und Marinebasen.“ Jewsejew zufolge werden die Amerikaner dabei hauptsächlich Tomahawk-Raketen einsetzen.

    „Nordkorea dürfte dann die südkoreanische Hauptstadt Seoul unter intensiven Artillerie- und Raketenbeschuss nehmen. Möglicherweise wird auch die Insel Guam angegriffen. Falls Nordkorea die Arbeiten an seiner Hwasong-14-Rakete (NATO-Code: KN-20) abgeschlossen hat, könnte auch Honolulu (Hawaii) als Ziel in Betracht kommen“, sagt der Experte.

    Ihm zufolge würde Pjöngjang zu seinen Atomwaffen greifen, erst wenn die nordkoreanische Führung sich unmittelbar bedroht fühlt und der Sturz des Regimes immer wahrscheinlicher wird. „Das wäre das schlimmste Szenario. Am schwersten wird Südkorea betroffen sein. Dem Land, insbesondere der Hauptstadt Seoul, wird schwerer Schaden zugefügt“, sagt Jewsejew.

    Berechnungen des Pentagon zufolge werden in Seoul täglich bis zu 100.000 Menschen beim Artilleriebeschuss sterben. Die Kampfhandlungen dürften mindestens einen Monat lang dauern, hieß es in Washington.

     

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    Tags:
    Meinung, Atomwaffen, Krieg, USA, Nordkorea
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