15:59 13 Dezember 2017
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    Fahrzeuggestütztes S-400-System (Archivbild)

    Warum finden russische S-400 weltweit Anklang? „Süddeutsche Zeitung“ liefert Antwort

    © Foto: Russian Defence Ministry
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    Die Nachfrage nach den russischen Luftabwehrsystemen S-400 Triumph ist weltweit groß, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ). Warum dem so ist, versucht das Blatt in einem Artikel zu erklären.

    Die Nachfrage sei dermaßen hoch, dass sogar ein Sprecher des Konzerns „kokettiert“ habe: „Die Möglichkeiten der Produktion sind nicht grenzenlos“, zitiert ihn die Zeitung.

    Vor sechs Monaten habe der russische Rüstungskonzern Rostech bekannt gegeben, er stelle S-400-Systeme für China her. Zuvor habe Russland Lieferungen an das „aufrüstende Indien“ vereinbart. Und in der letzten Woche seien zwei weitere große Deals geschlossen worden: mit der Türkei und mit Saudi-Arabien.

    Nach den Worten des russischen Präsidentenberaters Wladimir Koschin stehen Staaten für das Flugabwehrsystem „regelrecht Schlange“. Interessiert seien Länder aus Süd-Ost-Asien, dem Nahen Osten sowie „manche andere Länder“.
    Warum sind aber gerade China, Indien und die Türkei derart von S-400 fasziniert?, fragt sich der Autor. Der Türkei gehe es hauptsächlich darum, zu demonstrieren, dass sie nicht länger auf US-Rüstungshilfe angewiesen sei. Doch dieser „politischer Trotz“ wäre sinnlos, so SZ, wenn die russische Waffe die angegebenen militärischen Vorteile nicht besäße.

    „Das modernisierte mobile S-400-System — eigentlich eine ganze Gruppe von Abschussvorrichtungen — gilt als sehr effizient, weil es gleichzeitig die unterschiedlichsten Luftziele erfassen und automatisch bekämpfen kann: Kampfjets, hochfliegende Aufklärungsflugzeuge wie Awacs, ballistische Raketen, Marschflugkörper, Drohnen, sogar Tarnkappenbomber“, heißt es in dem Artikel.

    Das Blatt zitiert an dieser Stelle Dmitrij Schugajew, den Leiter des russischen Dienstes für militärtechnische Zusammenarbeit, der das System folgendermaßen beschrieben hat: „Dieses System hat seine Überlegenheit gegenüber allen anderen bewiesen, es ist sicher das beste Luftabwehrsystem, das es derzeit gibt."

    Der ehemalige Oberst Wolfgang Richter, Rüstungsexperte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, habe das russische Flugabwehrsystem auch gelobt, wenngleich „nicht so überschwänglich“. Es gehöre zu den Spitzenprodukten auf dem internationalen Markt.

    „Es ist ein Projekt, mit dem die Türkei ihre Fähigkeit zur Luftabwehr erheblich verbessert.“ Und es sei „sicher besser als das amerikanische Patriot-System, das Deutschland hat“, zitiert die Zeitung Richter. „Und kostengünstig scheint es auch zu sein.“

    Der Verkauf von S-400-Systemen sei außerdem für Russland von großer Bedeutung, da es dadurch seinen Ruf als zweitgrößte Rüstungsexport-Nation festige. Dass es sich dabei um die erste Lieferung an ein Nato-Land handle, befriedige zudem die strategischen Ambitionen Moskaus. Denn die USA hätten auf den russischen Deal mit der Türkei nicht sonderlich begeistert reagiert.

    Allerdings habe auch das Nato-Mitglied Griechenland einmal S-300-Raketen von Russland gekauft. Dies sei aber „deutlich geräuschloser“ abgelaufen als nun mit der Türkei.

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    Tags:
    S-400, Türkei, Russland
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