00:13 17 Oktober 2017
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    Hubschrauber Ka-52 bei Manöver der russischen Flotte (Archivbild)

    Russland will „Nachtjäger“ und „Alligatoren“ mit Ostsee-Mission beauftragen

    © Sputnik/ Witaly Ankow
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    Kampfhubschrauber des Typs Mi-28N und Ka-52, die derzeit den russischen Luftstreitkräften zur Verfügung stehen, sollen nun auch an die Kriegsmarine geliefert werden, und zwar an die Ostseeflotte. Ein Militärexperte erläutert, welche Vorteile dadurch erzielt werden könnten. Die Tageszeitung „Iswestija“ beschäftigt sich mit dem Thema.

    Wie die Zeitung am Donnerstag berichtet, sollen Kampfhubschrauber des Typs Mi-28N Night Hunter und Ka-52 Alligator noch vor Jahresende den Marinefliegern der russischen Ostseeflotte zur Verfügung gestellt werden. Die Entscheidung wurde bereits getroffen, wie ein Sprecher der russischen Marineführung bestätigte. Er schloss allerdings nicht aus, dass der Termin etwas verschoben werden könnte.

    Die 125. Hubschrauber-Fliegerstaffel, die die neuen Maschinen bekommen soll, ist nahe Kaliningrad stationiert und dafür zuständig, russischen Schiffen bei Bedarf Feuerunterstützung zu leisten. Derzeit stehen ihr zehn Hubschrauber des Typs Mi-24WP und Mi-8 zur Verfügung. Nun soll diese Militäreinheit neben den neuen „Nachtjägern“ und „Alligatoren“ auch Mehrzweck-Hubschrauber des Typs Mi-8AMTSch erhalten.

    Wie der russische Militärexperte Dmitri Boltenkow dem Blatt sagte, könnten die neuen Kampfhubschrauber russische Kampfschiffe begleiten und Patrouillen fliegen: „Die Reichweite der Ka-52 und der Mi-28 ermöglicht, einen ziemlich großen Teil der Ostsee abzudecken. Diese Maschinen können von landgestützten Flugplätzen aus operieren.“

    „Diese Hubschrauber können auch bei schlechten Wetterbedingungen im Tiefflug zum Einsatz kommen. Dies macht sie zu einem schwierigen Ziel für schiffsgestützte Flugabwehrsysteme. Die Waffen der ‚Alligatoren‘ und ‚Nachtjäger‘ ermöglichen ihrerseits, jenen Schiffen, die zu Korvetten zählen, schwere Schäden zuzufügen. Raketenschnellboote und Landungsfahrzeuge würden bei einer Begegnung mit Mi-28N- oder Ka-52-Maschinen zerstört“, so Boltenkow.

    Die Mi-28N gilt als das Kernstück der russischen Luftwaffe in Sachen Kampfhubschrauber. Die zwölf Tonnen schwere Maschine kann auch nachts und bei jedem Wetter Ziele angreifen. Zu ihrem Arsenal zählen die gelenkten Panzerabwehrraketen Sturm und Ataka sowie ungelenkten Raketen S-8 und S-13, aber auch eine 30-mm-Maschinenkanone. Diese „Nachtjäger“ werden seit Ende der 2000er Jahre an die russischen Streitkräfte geliefert.

    Die Ka-52 ist für Aufklärungs- und Kampfeinsätze geeignet. Dieser Hubschrauber greift den jeweiligen Gegner nicht nur unmittelbar an, sondern gibt auch Ziele für Artilleriesysteme und Kampfjets vor. Für diese Zwecke hat er eine optisch-elektronische Anlage mit einem Wärmesichtgerät und einem Laser-Entfernungsmesser. Am vorderen Teil des Rumpfes hat der Hubschrauber außerdem eine starke Radaranlage. All dies ermöglicht ihm, Ziele auch bei schlechten Wetterbedingungen aufzuspüren.

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    Kampfhubschrauber, Ka-52, Mi-28, Ostseeflotte, Russland