09:53 17 Oktober 2017
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    Fackelzug in Kiew: Nationalisten feiern UPA-Tag

    Ukraine: Nationalisten blasen zu gigantischem Marsch auf Krim – FSB baut 50-km-Sperre

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    Der in Kiew lebende Koordinator der Krim-Blockade, Lenur Isljamow, nach dem in Russland wegen Sprengung von Stromleitungen gefahndet wird, ruft die ukrainischen Nationalisten und Sympathisanten zu einem Einmarsch auf der russischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim auf.

    Wir wollen die ganze Ukraine zusammenbringen – alle, die die Krim als ukrainisch betrachten, und bis nach Simferopol (Krim-Hauptstadt) marschieren“, sagte Isljamow dem Informationsportal Obozrevatel. „Sie (die Krim-Bewohner – Red.) werden uns nichts anhaben können.“ Der Marsch sei bereits in Vorbereitung, so Isljamow.

    Eine offizielle Reaktion aus Russland bleibt vorerst aus. Politikexperte Alexander Formatschuk, der die Regierung in Simferopol berät, bezeichnete Isljamows Drohung als „populistisch und unrealisierbar“.

    Lenur Isljamow selbst werde sich wohl nicht auf die Krim wagen, denn die russischen Behörden fahnden nach ihm wegen des Anschlags auf Strommasten und des dadurch verursachten massiven Blackouts auf der Krim, sagte der Politologe.

    Das sei nichts weiter als „Bluff“, sagte der Experte und erinnerte daran, dass bereits 2014 der damalige ukrainische Verteidigungsminister Valeri Geletej gedroht hätte, in Sewastopol eine ukrainische Militärparade durchzuführen.

    Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hatte Ende September mitgeteilt, eine 50 Kilometer lange Sperre an der Grenze der Krim zur Ukraine zu bauen. In den vergangenen Monaten hatte der FSB auf der Krim nach eigenen Angaben mehrere ukrainische Agenten bei der Planung von Anschlägen ertappt.

    Die Krim war im März 2014 – nach rund 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Nach Behördenangaben votierten 96,77 Prozent für die Wiedervereinigung mit Russland bei einer Wahlbeteiligung von 83,1 Prozent. 

    Der Anlass für das Referendum war der blutige Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung gestellt hatte. Die von Russischstämmigen dominierte Krim hat den Umsturz nicht anerkannt. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim als ukrainisches Gebiet. Auch die USA und andere westliche Staaten, die die neue ukrainische Führung unterstützen, haben die Wiedervereinigung der Insel mit Russland nicht anerkannt.

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    Tags:
    Krim, Russland, Ukraine
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