03:16 11 August 2020
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    Ein Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit den Siemens-Vertretern ist nicht vorgesehen, doch er ist bereit, dem deutschen Konzern die Situation um die Lieferung der Siemens-Turbinen auf die Krim zu erläutern, sollte dies beim Meeting mit deutschen Geschäftskreisen angesprochen werden, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mitteilte.

    Auf die Frage, ob mit den Siemens-Vertretern eine Besprechung der Situation mit den Lieferungen der Turbinen auf die Krim geplant sei, antwortete Peskow: „Nein, es ist nicht geplant. Sollte diese Frage aufgeworfen werden, so wird der Präsident selbstverständlich bereit sein, nötige Erläuterungen zu geben“. „Es wird kein Treffen unter vier Augen mit Siemens sein. Neben den Siemens-Vertretern werden auch Vertreter anderer Unternehmen zugegen sein“, präzisierte er.

    Am Donnerstag trifft sich Putin mit den Vertretern deutscher Geschäftskreise. Von Siemens wird sich daran ein Vorstandsmitglied des Konzerns, Klaus Helmrich, beteiligen.

    Siemens hält die Lieferung auf die Krim von vier seinen Gasturbinen für illegitim und führt jetzt einen Prozess gegen zwei Unternehmen von „Rostech“: OAO „WO Technopromexport“ und OOO „WO Technopromexport“. Die erste Struktur – OAO, die seit 2016 eine Bankrott-Prozedur durchläufe, habe seinerzeit einen Vertrag für den Kauf von diesen Turbinen für ein Projekt im Gebiet Krasnodar abgeschlossen, das nicht umgesetzt worden war. Die andere Struktur, die heute funktioniere und auf der Krim jetzt zwei Kraftwerke baue, habe laut ihrer Aussage die Turbinen für die Kraftwerke auf dem Zweitmarkt gekauft und in Russland modernisiert.

    Die russischen Behörden sind sich sicher, dass die Turbinen auf legale Weise auf die Krim gekommen seien, weil sie eine ernsthafte Überarbeitung unter der Anwendung russischer Technologien erfahren hätten, was auch ihre Kapazität erhöht hätte. So hat Peskow mehrmals darauf hingewiesen, dass die auf die Halbinsel gelieferten Turbinen russischer Herkunft seien. Die Europäische Union hatte indes Anfang August wegen der Lieferungen von Siemens-Turbinen auf die Krim Sanktionen verhängt, unter die gerade die oben erwähnten „Rostech“-Strukturen und ihr Direktor geraten seien.

    „Die Position von Siemens ist sehr gut bekannt, bekannt ist auch die Vorgeschichte dieses Themas, und der Präsident ist darüber im Bilde“, betonte Peskow.

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    Tags:
    Gericht, Sanktionen, Gasturbinen, Lieferungen, Gericht, OOO "WO Technopromexport", OAO "WO Technopromexport", Rostech, Siemens, Pressedienst des Kremls, Kreml, Klaus Helmrich, Wladimir Putin, Dmitri Peskow, Deutschland, Russland, Krim