13:11 18 Oktober 2017
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    Wolfgang Büchele auf dem Treffen mit Wladimir Putin in Sotschi

    Deutsch-russischer Handel trotz aller Hürden um ein Viertel gestiegen - Putin

    © Sputnik/ Ramil Sitdikov
    Politik
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich am Donnerstag bei einem Treffen mit Vertretern deutscher Konzerne darüber zufrieden gezeigt, dass trotz aller Schwierigkeiten die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland nicht „abklinge“. Das gemeinsame Handelsvolumen sei in diesem Jahr sogar um ein Viertel gestiegen.

    „2016 hatte das Handelsvolumen 40,7 Milliarden US-Dollar betragen“, sagte Putin. In diesem Jahr sei dagegen ein Anstieg von 25 Prozent verzeichnet worden. Und allein im ersten Quartal 2017 hätten die deutschen Investitionen 312 Millionen US-Dollar erreicht – im gesamten Vorjahr seien es 225 Millionen US-Dollar gewesen.

    Zwar habe Deutschland den ersten Platz nach dem Handelsvolumen an China abtreten müssen, nehme es dennoch einen wichtigen Platz im russischen Handelsumsatz ein. In Russland agieren laut Putin mehr als 5.000 Unternehmen mit deutschem Kapital, an denen insgesamt 270.000 russische Bürger beschäftigt seien.

    Angenehme Bedingungen für deutsche Firmen

    Bei dem Treffen in Sotschi betonte Putin den Wusch, komfortable Bedingungen für deutsche Firmen in Russland zu schaffen. „Wir sind bereit, sämtliche Bedingungen zu schaffen, damit sich ausländische Unternehmer auf dem russischen Markt wohlfühlen.“ Moskau werde in enger Kooperation mit Geschäftskreisen den Rechtsrahmen dafür verbessern und überflüssige administrative Barrieren abbauen.

    „Wir hoffen, dass die deutschen Unternehmen auch weiterhin in unserem Land erfolgreich arbeiten werden. Vor dem Hintergrund des Wirtschaftswachstums in Russland eröffnen sich auch neue Möglichkeiten für das Business im Allgemeinen sowie für unsere Freunde aus dem Ausland, darunter aus Deutschland“, sagte Putin ferner.

    Es geht nicht nur um Großkonzerne

    Bau der Nord Stream 2 Pipeline (Archivbild)
    © Foto: Nord Stream 2/ Axel Schmidt
    Auch kleine und mittlere Unternehmen sollten laut Putin an der bilateralen Kooperation beteiligt sein, betonte Russlands Präsident. „Ich glaube, Sie werden mir zustimmen, wenn ich sage, dass die Zusammenarbeit unserer Länder sich nicht nur auf Großprojekte beschränken sollte. Eine wichtige Treibkraft der modernen Wirtschaft sind kleine und mittlere Unternehmen“. In Deutschland machten solche Firmen mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts aus, betonte Putin.

    „Bei uns ist diese Zahl leider wesentlich kleiner, aber wir haben uns vorgenommen, das Niveau der kleinen und mittleren Unternehmen bis zum Jahr 2030 auf 40 Prozent (des BIP – Anm. d. Red.) zu bringen“, so Putin weiter.

    Gegen US-Sanktionen

    Der Vorsitzende des Ostkomitees der deutschen Wirtschaft Wolfgang Büchele betonte seinerseits die negative Einstellung der deutschen Geschäftswelt zu den neuen antirussischen Sanktionen der USA im Bereich der Wirtschaft. Die Gründe dieser Sanktionen seien offensichtlich: Es gehe um die Innenpolitik der USA und deren wirtschaftlichen Interessen. Die Mehrheit der Deutschen zweifle nicht an der Notwendigkeit freundschaftlicher Beziehungen zu Russland, betonte Büchele weiter.

     

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    Tags:
    Wirtschaft, Wladimir Putin, Deutschland, Russland
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