20:37 17 Oktober 2017
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    G8-Gipfel in Nordirland (Archivbild)

    Gespräche „mit Putin statt über ihn“: FDP-Chef will Russlands Präsident an G7-Tisch

    © Sputnik/ Alexei Nikolskij
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    FDP-Chef Christian Lindner hat gegenüber der „Presse“ für einen intensivierten Dialog mit Russland plädiert. Zudem solle der Westen den russischen Präsidenten Wladimir Putin „wieder an den Tisch der G7“ bitten.

    „Für mich mangelt es im Verhältnis zu Russland sowohl an Konsequenz als auch an Dialogbereitschaft“, so Lindner. „Derzeit können Pipeline-Projekte vorangetrieben werden, obwohl man gleichzeitig über Völkerrechtsbrüche klagt“, sagte er weiter.

    Der Politiker betonte dabei, dass man nicht alles von der Krim abhängig machen könne. „Der Völkerrechtsbruch kann nicht akzeptiert werden“, erläuterte er. Lindner sagte dazu:

    „Aber das ist der schwerste Konflikt, und dort wird es als letztes Bewegung geben. Deshalb plädiere ich dafür, dass man den Dialog intensiviert – und Putin wieder an den Tisch der G7 bittet und mit ihm statt über ihn spricht.“

    Außerdem ist Lindner der Auffassung, dass Deutschland keine größere Rolle in der Außen- und Geopolitik als Anführerin der freien Welt übernehmen sollte. „(…) Es wäre auch eine Überforderung, sie spielen zu wollen. Nötig ist, dass wir in außen- und sicherheitspolitischen Fragen stärker europäisch denken“, sagte der Politiker.

    Zuvor hatte der FDP-Chef in einem Gespräch mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ vorgeschlagen, die Krim als „dauerhaftes Provisorium“ anzusehen und den Konflikt „einzukapseln“. Später hatte auch AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland in einem Interview für die Zeitungen der Funke-Mediengruppe gefordert, die Krim als Teil Russlands anzuerkennen.

    Nach dem Staatsstreich im Februar 2014 in Kiew war es auf der Krim und im Osten der Ukraine zu Massenprotesten gekommen. Die Behörden der Krim und von Sewastopol hatten am 16. März 2014 ein Referendum zur Frage der Wiedervereinigung mit Russland durchgeführt. Für den Russland-Beitritt stimmten 96,7 Prozent bzw. 95,6 Prozent der Bürger. Die Ukraine, die EU und die USA wollen die Resultate des Referendums nicht anerkennen. Moskau erklärte mehrmals, dass der Beitritt der Region in strikter Übereinstimmung mit völkerrechtlichen Normen erfolgt war.

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    Tags:
    Gespräche, G7, Christian Lindner, Krim, Deutschland, Russland
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