22:17 19 Oktober 2017
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    Südküste der Krim

    Kreml lehnt Entschädigung der Ukraine für Krim ab

    © Sputnik/ Sergei Malgavko
    Politik
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    Der Kreml hat die Idee einer Entschädigung der Ukraine für die Abspaltung der Krim abgelehnt. Laut Pressesprecher Dmitri Peskow war der jüngste Beitritt der Schwarzmeerhalbinsel zu Russland keinerlei Annexion, sondern durchaus rechtmäßig.

    Am Dienstag hatte der tschechische Präsident Miloš Zeman die Ukraine aufgerufen, sich mit dem Verlust der Krim als vollendete Tatsache abzufinden, sich jedoch von Russland entschädigen zu lassen.

    Es habe keine Krim-Annexion gegeben, „weder de facto noch de jure“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag. „Denn es war der Oberste Rat, das legitime Organ der Krim also, gewesen, der den Austritt aus der Ukraine beschlossen hatte, und zwar vor dem Hintergrund des Umsturzes (in Kiew – Red.) und der mit diesem Umsturz  einhergehenden extremistischen Bedrohung.“

    Erst danach habe die Russischen Föderation die Halbinsel aufgenommen. „Deshalb kann von keiner Entschädigung die Rede sein.“

    Russland hoffe, dass die Ukraine die Entscheidung der Krim-Bevölkerung doch noch anerkennen und damit eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland möglich machen werde, betonte Peskow.

    Die Krim war im März 2014 – nach rund 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Nach Behördenangaben votierten 96,77 Prozent für die Wiedervereinigung mit Russland bei einer Wahlbeteiligung von 83,1 Prozent.

    Der Anlass für das Referendum war der blutige Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung gestellt hatte. Die von Russischstämmigen dominierte Krim hat den Umsturz nicht anerkannt. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim als ukrainisches Gebiet. Auch die USA und andere westliche Staaten, die die neue ukrainische Führung unterstützen, haben die Wiedervereinigung der Insel mit Russland nicht anerkannt.

    Die Halbinsel hatte bereits seit 1783 zu Russland gehört, bevor der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow 1954 die Halbinsel symbolisch von der Russischen Sowjetrepublik an die Ukrainische Sowjetrepublik – beide im Bestand der Sowjetunion – „verschenkte“. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Dezember 1991 verblieb die von Russen dominierte Krim automatisch in der Ukraine. Laut russischen Politikern und Rechtsexperten war die eigenmächtige Übertragung verfassungswidrig.

    Zum Thema:

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    Tags:
    Krim, Russland, Ukraine
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