11:43 18 Dezember 2017
SNA Radio
    US-Atom-U-Boot USS Ohio im südkoreanischen Hafen Busan (Archivbild)

    US-U-Boote vor Nordkoreas Küste: Eine geheime Mission mit klarer Absicht

    © Foto: U.S. Navy/ Mass Communication Specialist 3rd Class Wesley J. Breedlove
    Politik
    Zum Kurzlink
    712139

    U-Boote der USA laufen Südkorea häufig an: Mal müssen sie Vorräte auffüllen, mal fahren sie bei Manövern vor koreanischer Halbinsel mit. Dass gleich zwei US-U-Boote in Südkorea ankern, ist aber eine Seltenheit. Vielleicht sind sie ja Teil eines verdeckten Plans mit allzu offensichtlichen Zielen, schreibt der Kolumnist Andrej Olfert für „Sputnik“.

    Die Lage auf der koreanischen Halbinsel spitzte sich im Frühjahr gerade zu, als ein atomgetriebenes Jagd-U-Boot der Amerikaner – die USS Michigan – den Hafen von Busan anlief. Wenig später dann verplapperte sich Präsident Trump, in südkoreanischen Gewässern seien zwei U-Boote statt nur einem unterwegs. Seitdem haben Spannungen in der Region nunmehr deutlich zugenommen.

    Jetzt ist die USS Michigan wieder in den Hafen von Busan eingelaufen. Nur ein paar Tage soll das Schiff in Südkorea bleiben, um pünktlich vor der Ankunft des US-amerikanischen Flugzeugträgers Ronald Reagan in der Region wieder in See zu stechen.

    Dabei haben südkoreanische Medien gerade erst am Mittwoch vermeldet, ein anderes amerikanisches U-Boot – die USS Tuscon – sei wenige Tage zuvor in die Hafenstadt Jinhae-gu eingefahren, keine 50 Kilometer westlich von Busan. Die Tuscon habe den Hafen jedoch am selben Tag wieder verlassen, hieß es. Südkoreas Verteidigungsministerium erklärte, dass Boot habe nur seine Vorräte aufgefüllt und sei weitergefahren. Neuesten Meldungen zufolge hält es sich derzeit im Japanischen Meer auf, also unweit der koreanischen Halbinsel.

    Fachleute in Südkorea erklären indes: Atom-U-Boote, die an den gemeinsamen Manövern von USA und Südkorea teilnehmen, würden nicht allein dem Schutz von Flugzeugträgern dienen – sie würden sich auch bestens dafür eignen, Sondereinheiten mit Aufklärungs- und Sabotageaufträgen im feindlichen Gebiet abzusetzen.

    Da passt es gut, dass die USS Tuscon – jenes Boot im Japanischen Meer – zu den wendigsten und unauffälligsten der Welt zählt. Auch ist das Boot mit 34 Tomahawk-Flugkörpern bestückt, die aus 3.000 Kilometern Entfernung Präzisionsangriffe gegen feindliche Stellungen fliegen können. Und dann kommen noch die 154 solcher Raketen an Bord der USS Michigan – derzeit im Hafen von Busan – hinzu. Nebenbei bemerkt, können diese auch mit taktischen Atomsprengköpfen ausgerüstet werden.

    Nächste Woche startet die gemeinsame Marineübung von USA und Südkorea. Dann soll ein amerikanischer Flugzeugträgerverband mit südkoreanischen Zerstören – die mit dem Aegis-Raketenschild an Bord – das Abfangen nordkoreanischer Raketen simulieren.

    Und Pjöngjang? Trotz der Drohungen, US-Flugzeuge selbst im internationalen Luftraum abzuschießen, hat die nordkoreanische Führung bislang nicht reagiert – auch nicht auf die Bombenabwurftests der US-Luftwaffe vor nordkoreanischer Grenze. Doch kann die provokante Konzentration von feindlichem Militär vor den eigenen Grenzen, Nordkorea zu demonstrativen Gegenmaßnahmen veranlassen, zu Wasser ebenso wie in der Luft. In so einem Fall wird die „geheime“ Mission der US-U-Boote vor der koreanischen Halbinsel allzu schnell „enttarnt“.

    Tags:
    Mission, Ziel, Atom-U-Boote, US-Atom-U-Boot USS Michigan, Südkorea, Busan, Nordkorea, USA
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren