21:11 15 Juli 2018
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    Großbritannien wirft Iran Cyber-Attacke auf Parlament vor – Medien

    © AFP 2018 / Justin TALLIS
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    Die britische Regierung hat den Iran einer Cyber-Attacke auf das Parlament, die im Juni 2017 erfolgt hatte, beschuldigt, schreibt die Zeitung „The Telegraph“ unter Berufung auf eigene Quellen.

    Moskauer Kreml
    © Sputnik / Alexei Druzhinin/Anton Denisov/Press service of the president of the Russian Federation
    Der Hackangriff dauerte demnach zwölf Stunden und betraf E-Mail-Accounts von bis zu 90 Mitgliedern des britischen Unterhauses. Dieses Computernetz werde von jedem Abgeordneten benutzt, inklusive Premierministerin Theresa May und ihr Kabinett.

    Die britische Aufklärung sei zu der Schlussfolgerung gekommen, dass hinter der Attacke der Iran steht. Das Motiv der mutmaßlichen Verbrecher sei unklar, Experten vermuten aber, dass die iranischen Streitkräfte, die ihrer Meinung nach den Atom-Deal untergraben und das Ausrüstungsprogramm fortsetzen wollen, davon profitieren könnten.

    Am Freitag hatte der amerikanische Staatschef Donald Trump Iran die Anerkennung der Einhaltung des Atomabkommens mit der Weltgemeinschaft verweigert. Er kündigte neue Sanktionen gegen Teheran an, tastete das Atomabkommen aber selbst noch nicht an. Das Abkommen mit dem Iran werde Trump zufolge gekündigt, falls sich die US-Administration mit dem Kongress und den Verbündeten nicht einigen könnten.

    in d. M.: der iranische Präsident Hassan Rohani (Archivbild)
    © REUTERS / President.ir
    Der Iran und die Gruppe „5+1“ hatten sich am 14. Juli 2015 in Wien auf ein Atom-Abkommen geeinigt – mit dem Ziel, den Streit mit Teheran beizulegen. Laut dem Dokument baut der Iran keine Atomwaffen, darf aber die Atomenergie zivil nutzen. Nach dem jüngsten Vertrag darf der Iran Schwerwasser in einem modifizierten Reaktor verwenden, ist jedoch verpflichtet, Schwerwasser-Überschüsse und angereichertes Uran zu verkaufen. Der „Gemeinsame umfassende Aktionsplan“ war am 16. Januar 2016 in Kraft getreten. Das Abkommen war mehrmals von Israel sowie von US-Präsident Trump kritisiert worden.

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    Tags:
    Atomabkommen, Donald Trump, Großbritannien, USA, Iran
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