18:18 17 November 2017
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    Irakischer Soldat mit kurdischer Flagge in KIrkuk

    Nach Referendum: Bagdad ernennt neuen Gouverneur von Kirkuk

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    Politik
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    Der irakische Premierminister Haider Al-Abadi hat Rakan al-Jubouri zum amtierenden Gouverneur der Provinz Kirkuk ernannt. Darüber berichtete der TV-Sender Rudaw. Den bisherigen Gouverneur, Najmaldin Karim, entließ Al-Abadi, nachdem die Provinz am Unabhängigkeitsreferendum der Autonomen Region Kurdistan teilgenommen hatte.

    Dem TV-Sender zufolge wurde Al-Jubouri zum ersten arabischen Chef der Provinz seit dem Jahr 2003.

    Kirkuk, das 2014 von Peschmerga-Truppen von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erobert wurde, gehört nicht zum autonomen Kurdengebiet im Irak, wird aber überwiegend von Angehörigen dieser Volksgruppe bewohnt.

    Kurz vor dem Unabhängigkeitsreferendum verstärkten die Kurden die Präsenz ihrer Peschmerga-Miliz in Kirkuk. Die Provinz ließ verkünden, sie werde an dem Votum ebenfalls teilnehmen. Laut der Wahlkommission von Kurdistan stimmten 92,7 Prozent der Wähler für die Unabhängigkeit vom Irak. Die Regierung in Bagdad stufte das Referendum als illegitim ein und betonte, sie werde mit der Regionalregierung über das Ergebnis des Referendums nicht verhandeln.

    Nach der Durchführung der Volksabstimmung am 25. September rief das irakische Parlament dazu auf, Truppen in Kirkuk einzusetzen, um die Kontrolle über die Provinz zu übernehmen.

    In der Nacht auf Montag wies der irakische Premier und Befehlshaber Haider Al-Abadi an, eine Operation „zur Wiederherstellung der Sicherheit" in Kirkuk einzuleiten.

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    Tags:
    Unabhängigkeit, Referendum, Gouverneur, Haider al-Abadi, Kirkuk, Irak
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