07:21 21 November 2017
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    Ausbildung der kurdischen Peschmerga von Bundeswehr (Archivbild)

    Eskalation im Nordirak: Bundeswehr unterbricht Ausbildungsmission - Medien

    © AFP 2017/ SAFIN HAMED
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    Angesichts der militärischen Eskalation im Nordirak hat die Bundeswehr ihre Ausbildungsmission in der Region unterbrochen, berichtet das Internetportal welt.de am Montag unter Berufung auf andere deutsche Medien.

    Die Ausbildung der kurdischen Peschmerga sei aus Schutzgründen für die deutschen Soldaten aufgrund der unklaren Lage bereits am Freitagabend vorläufig ausgesetzt worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Zu dem Zeitpunkt habe die Bundeswehr von den ersten irakischen Truppenbewegungen erfahren.

    Nach dem Vormarsch irakischer Truppen auf Gebiete unter Kontrolle der Kurden wächst im Irak die Angst vor einem neuen Bürgerkrieg. Einheiten der Armee rückten am Montag in die strategisch wichtige Stadt Kirkuk im Norden des Landes ein, wie es aus lokalen Sicherheitskreisen hieß.

    Die Sicherheits- und Bedrohungslage für die deutschen Soldaten habe sich nicht verändert, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Der Schutz der Soldaten habe aber erhöhte Priorität. Man habe keine eigenen Kenntnisse über das Geschehen, aber Medienberichte über die Lage zur Kenntnis genommen. In Kirkuk selbst seien keine deutschen Soldaten stationiert.

    Der Sprecher des Ministeriums sagte ferner, die kurdische Seite habe versichert, die deutschen Waffen nur im Kampf gegen den IS (Islamischer Staat/Daesh) einzusetzen. Darauf fuße das ganze Engagement der Bundeswehr. Die Einhaltung der Zusage sei die notwendige Grundlage der Zusammenarbeit.

    Die Bundeswehr bildet seit 2014 kurdische Peschmerga-Kämpfer für den Kampf gegen den IS aus. Die Bundesregierung hatte Ende September angekündigt zu prüfen, ob die derzeit knapp 140 deutschen Soldaten im Nordirak trotz des Unabhängigkeitsreferendums auch im nächsten Jahr dort bleiben können.

    Mit der vom irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi in der Nacht zum Montag angeordneten Militäraktion reagiert Iraks Zentralregierung auf das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Norden des Landes. Diese hatten sich am 25. September in einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit für die Abspaltung vom Irak ausgesprochen.

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    Tags:
    Eskalation, Unterbringung, Ausbildung, Peschmerga, Bundeswehr, Irak, Kurdistan, Deutschland
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