04:52 25 November 2017
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    Die Schauspieler Jamie Lee Curtis und Arnold Schwarzenegger, die Charaktere von Doris und Boris im Hollywood-Film True Lies verkörperten (Archivbild)

    Wie im Kino: „Boris und Doris“ Hand in Hand auf Parlamentsmission

    © AP Photo/ Mark J.Terrill
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    Doris Schröder-Köpf und Boris Pistorius sitzen nach der Wahl am Sonntag zusammen im niedersächsischen Landtag in Hannover. Sie sind nicht nur zwei bekannte Persönlichkeiten innerhalb der SPD. Sie sind auch ein Paar. Erstmals Doris und Boris auf gemeinsamer Mission – da war doch was…

    1994 kam der Hollywood-Blockbuster „True lies – Wahre Lügen“ von James Cameron in die Kinos. Darin spielte Arnold Schwarzenegger einen Geheimagenten, der als Tarnung seiner Familie gegenüber den totalen Biedermann gibt. Seine Ehefrau, gespielt von Jamie Lee Curtis, langweilt sich so sehr, dass sie sich auf einen Flirt mit einem Mann einlässt, der seinerseits vorgibt, Geheimagent zu sein. Nach jeder Menge übertriebenem Geballere und genauso vielen Jokes ist das Eheglück zwischen „Arnie“ und „Jamie“ zum Ende des Films wiederhergestellt: Die beiden sind fortan als Paar gemeinsam in geheimer Mission unterwegs – unter den Namen „Doris und Boris“…

    Boris Pistorius und Doris Schröder-Köpf feiern hingegen den Wahlerfolg ihrer Partei in Niedersachsen
    © AFP 2017/ Ronny Hartmann
    Boris Pistorius und Doris Schröder-Köpf feiern hingegen den Wahlerfolg ihrer Partei in Niedersachsen

    In Niedersachsen scheint dieses Traumpaar aus Hollywood jetzt real geworden. Nach spannendem Wahlkampf in Niedersachsen gewannen „Doris und Boris“ ihre Direktmandate für den Landtag. Knapp war es bei „Doris“: Schröder-Köpf gewann ihr Direktmandat in Hannover-Döhren gegen den Landeschef der CDU, Dirk Toepffer. Die SPD-Politikerin erhielt 38,2 Prozent der Stimmen, Toepffer 36,7 Prozent. Bei „Boris“, der zum ersten Mal für den Landtag kandidierte, lief die Sache klarer: Pistorius, ehemaliger Oberbürgermeister von Osnabrück, gewann in seiner Heimatstadt mit 42,6 Prozent deutlich gegen den bisherigen Direktkandidaten Burkhard Jasper (CDU), der auf 33,9 Prozent kam.

    Konkrete Mission noch unklar

    Wie es politisch mit den beiden weitergeht, hängt von der nächsten Landesregierung ab. Die SPD hat die Wahl zwar klar gewonnen. Aber die FDP sträubt sich weiterhin deutlich gegen eine Ampel-Koalition. So ist die andere Alternative die Große Koalition. Ob Pistorius in einer solchen seinen aktuellen Posten als Innenminister behält, ist fraglich. Auch Schröder-Köpf hat zusätzlich zu ihrem Landtagsmandat eine Regierungsfunktion: Die rot-grüne Regierung ernannte sie 2013 zur Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe des Landes Niedersachsen. Ob sie diese Aufgabe unter einer neuen Koalition fortsetzen kann, ist ebenfalls offen.

    Und dann droht der SPD noch das Horrorszenario einer „Jamaika-Koalition“ in Niedersachsen. Dann wären beide nur noch einfache Landtagsabgeordnete. Während „Doris und Boris“ im Hollywoodfilm diesem Fall mit Humor und Schießwut begegnen würden, müssten „Doris und Boris“ im richtigen Leben damit leben. Das „wahre Leben“ ist halt härter als das der „wahren Lügen“…

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    Tags:
    Wahlen, Landtag, SPD, Doris Schröder-Köpf, Boris Pistorius, Niedersachsen, Deutschland