19:38 12 Dezember 2019
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    Ukrainische Soldaten in Donbass

    Donbass: Konfliktparteien melden neue Verluste und gegenseitige Vorwürfe

    © AFP 2019 / ALEKSEY CHERNYSHEV
    Politik
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    Die Donezker Volkswehr und die ukrainische Armee haben beim Schusswechsel im Donbass innerhalb der letzten Tage neue Verluste gemeldet.

    Innerhalb der letzten vierundzwanzig Stunden fixierten ukrainische Militärs 44 Verstöße gegen die Waffenruhe.

    „Die Kräfte der Anti-Terror-Operation (ATO) haben 38 Mal dem Feind geantwortet, wobei sie die ganze Palette ihrer Infanteriewaffen eingesetzt haben. Bei den Kampfhandlungen kamen zwei ukrainische Militärs ums Leben, vier weitere wurden verletzt“, heißt es im offiziellen Facebook-Account des ATO-Pressedienstes.

    Laut einem Sprecher des operativen Kommandos der selbsterklärten Volksrepublik Donezk geht es um 50 Verstöße gegen die Waffenruhe durch die ukrainischen Streitkräfte. Unter Beschuss befanden sich demnach 13 Ortschaften der Volksrepublik. Dabei seien mindestens zwei Zivilisten verletzt worden. Die ukrainischen Soldaten setzen dem Sprecher zufolge Minenwerfer, Panzer, Granatenwerfer und Schusswaffen ein. Mehr als 1000 Stück Munition sollen sie innerhalb eines Tages in Richtung der Volksrepublik abgefeuert haben. Am Samstag hatte der Vizechef der Volkswehr der Volksrepublik Donezk, Eduard Bassurin, mitgeteilt, dass zwei Militärs der Volksrepublik Donezk ums Leben gekommen seien.

    Am Samstag hatte der Volkswehr-Sprecher der selbsternannten Lugansker Volksrepublik, Andrej Marotschko, mitgeteilt, dass die ukrainischen Militärs gegen die Bedingungen für die Aufbewahrung von Munition auf den von den ukrainischen Streitkräften zeitweilig kontrollierten Territorien verstoßen würden. Die Munitionslager befänden sich demnach in Ortschaften. Laut Marotschko werden Landwirtschaftsgebäude für die Aufbewahrung der Munition genutzt. Sie seien aber nicht sicher und „dies könne zu einer erneuten Tragödie und zu neuen Opfern unter Zivilisten führen“, sagte er.

    Die Behörden der Ukraine hatten im April 2014 eine Militäroperation gegen die beiden selbstausgerufenen Volksrepubliken Lugansk und Donezk gestartet, die nach dem Staatsstreich in der Ukraine vom Februar 2014 ihre Unabhängigkeit erklärt hatten. Nach UN-Angaben sind in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Regelung der Situation im Donbass ist Verhandlungsgegenstand der Kontaktgruppe in Minsk, die bereits mehrere Dokumente verabschiedet hat, in denen Schritte zur Deeskalation des Konflikts aufgezeigt sind. Kiew entzieht sich der Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen. Und so hält der Schusswechsel auch nach den getroffenen Vereinbarungen über eine Waffenruhe zwischen den Konfliktseiten an.

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    Tote, Verluste, Verletzte, Munition, Beschuss, Andrej Marotschko, Eduard Bassurin, Donbass, Ukraine