19:21 27 Februar 2020
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    Das italienische Unternehmertum hält die antirussischen Sanktionen laut dem Vorstandschef der Bank Intesa, Antonio Fallico, für unrichtig und ineffizient, weil diese die ihnen gestellten politischen Ziele nicht erreicht haben.

    „Die italienische wie auch die europäische Geschäftswelt denkt, dass sie (die Strafmaßnahmen – Anm. d. R.) unrichtig seien und nicht zur Erlangung jener politischen Ziele geführt hätten, die ihre Anhänger sich gestellt hätten“, sagte Fallico im Vorfeld des Eurasischen Wirtschaftsforums gegenüber RIA Novosti in Beantwortung der Frage, wie die italienischen Geschäftskreise die Strafmaßnahmen einschätzen.

    Zudem brachte Fallico seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Diplomatie des Unternehmertums, das im Wirtschaftsinteresse der eigenen Länder agiert, letzten Endes die Politiker zur Aufhebung dieser Sanktionen bewegen werde.

    Dennoch werde man in den nächsten zwei Jahren offenbar die Arbeit in diesem Geiste fortsetzen müssen.   

    Laut Fallico hat das Business bewiesen, dass es weit über die augenblickliche Situation hinausschaut, strategische Beziehungen aufbaut und sich an die neue Situation anpasst.

    „Ich hoffe, dass das Unternehmertum die Politiker doch zum Verständnis bewegen wird, sich nicht nur an ideologischen Dogmen zu orientieren, sondern auch die Wirtschaftsinteressen der eigenen Länder in Betracht zu ziehen und Abstand von der in aller Hinsicht aussichtslosen Sanktionspolitik zu nehmen“, unterstrich er.   

    Die Bank Intesa ist eine russische Tochter der italienischen Finanzgruppe Intesa Sanpaolo in der südrussischen Stadt Rostow am Don.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich wegen der Ukraine-Krise verschlechtert. Ende Juli 2014 verhängten die USA, die EU und andere Länder Sanktionen gegen einzelne russische Amtspersonen und Unternehmen, die später erweitert wurden und nun ganze Sektoren der russischen Wirtschaft betreffen. Moskau reagierte darauf mit Einschränkungen für Lebensmittelimporte aus den betreffenden Ländern.

    Im Juni 2017 hatten sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten auf eine Verlängerung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate geeinigt.

     

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    Tags:
    Sanktionen, EU, Antonio Fallico, Italien, Russland