22:59 24 November 2017
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    Bau der Nord Stream 2 Pipeline, Deutschland (Archivbild)

    Polen hat Alternative für Nord Stream 2 gefunden

    © Foto: Nord Stream 2
    Politik
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    Polen setzt laut seinem Außenminister Witold Waszczykowsk viel Hoffnung auf den Bau des Südlichen Gaskorridors, der eine Alternative für das russische Gas bieten soll.

    Der Südliche Gaskorridor ist eines der vorrangigsten Energieprojekte der EU. Es sieht den Transport von zehn Milliarden Kubikmetern von aserbaidschanischem Erdgas aus der Kaspischen Region über Georgien und die Türkei nach Europa vor.

    „Wir warten mit Ungeduld auf den Beitrag, den Aserbaidschan dank seinem Rohstoff-Potential zur Stärkung der Energiesicherheit Europas leisten wird“, zitiert die Agentur Trend Waszczykowski. Zehn Milliarden Kubikmeter seien zwar keine so große Menge, sie würde aber den Grundstein für den weiteren Ausbau der Kooperation legen.

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    Das Ziel von Warschau und Baku muss laut dem Minister darin bestehen, die Energie-Unabhängigkeit Aserbaidschans zu fördern und nach neuen Erdgas-Quellen für den Gaskorridor zu suchen. Dies werde die Diversifizierung in Südost-Europa fördern, wo derzeit die russischen Gaslieferungen dominierten.

    Inzwischen hat der Vorstand der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) Investitionen in den Bau der Trans-Anatolischen Pipeline (TANAP) – eines der zwei Teile des Südlichen Gaskorridors – gebilligt. Die Finanzmittel sollen in die Abschlussphase der Bauarbeiten fließen.

    Der Südliche Gaskorridor soll Aserbaidschan über Georgien, die Türkei, Griechenland und Albanien mit Italien verbinden. Er besteht aus zwei Zweigen: der Trans-Anatolischen Pipeline (TANAP) und der Trans-Adriatischen Pipeline (TAP). Erste Lieferungen in die Türkei sollen bereits 2018 und in die EU 2019 beginnen. Anfangs soll als wichtigste Ressource für den Südlichen Gaskorridor das bei der Erschließung des Erdgasfeldes Shah Deniz gewonnene Gas dienen. Später können auch andere Quellen einbezogen werden.

    Bau der Nord Stream 2 Pipeline (Archivbild)
    © Foto: Nord Stream 2/ Axel Schmidt
    Zuvor war jedoch berichtet worden, dass dem Südlichen Gaskorridor Gasknappheit drohen könnte. Grund dafür seien die Pläne des Konzerns Shell, der Gas aus dem Mittelmeer-Erdgasfeld Leviathan kaufen und es an Ägypten zur Wiederherstellung der Flüssiggas-Produktion in dem Land liefern will. Wegen dieser Pläne könne der Südliche Korridor ohne israelisches Gas bleiben, was die Einträglichkeit des Projekts negativ beeinflussen könnte. Aserbaidschan könnte seinerseits den entstandenen Bedarf bei Gazprom mit russischem Gas decken.

     

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    Tags:
    Gaspipeline, Nord Stream 2, Witold Waszczykowski, EU, Aserbaidschan, Russland, Polen