Widgets Magazine
20:40 15 Juli 2019
SNA Radio
    Britischer Sozialdemokrat Tom Watson

    London: RT-Werbung alarmiert Sozis – Ermittlungen gefordert

    © REUTERS / Toby Melville
    Politik
    Zum Kurzlink
    6048

    Britische Sozialdemokraten fordern eine Untersuchung gegen den russischen Auslandssender RT. Die Labour Party bezichtigt den TV-Sender einer befangenen und parteilichen Berichterstattung. Als Beweis führt die Partei die Werbung des Senders in der Londoner U-Bahn an, wie die Zeitung „Kommersant“ am Freitag berichtet.

    „Achtung! Hier wirbt ein ‚Propaganda-Sprachrohr‘“ – mit diesem und ähnlichen Sprüchen buhlt der russische Sender „RT“ in der Londoner U-Bahn um die Zuschauergunst. Den ironischen Unterton dieser Werbung versteht auch der britische Politiker Tom Watson, Minister für Kultur, Medien und Sport in Jeremy Corbyns Schattenkabinett.

    Doch hinter derlei Sprüchen sieht der Labour-Minister mehr: Der Text auf den Werbetafeln komme einem „stillschweigenden Eingeständnis“ gleich, dass RT das „Sprachrohr eines Staates“ sei, sagte er laut der Zeitung „The Times“, die das russische Blatt zitiert.

    RT
    © Sputnik / Igor Russak

    Die Werbung sei provokant und verstoße gegen den Grundsatz redaktioneller Unabhängigkeit. Deswegen soll die britische Medienaufsicht Ofcom auf Antrag der Sozialdemokraten prüfen, ob die RT-Plakate in der Londoner U-Bahn auch dem Werbegesetz des Landes entsprechen.

    Den Unmut der Labour Party haben auch andere Anspielungen von RT hervorgerufen:

    „Sie haben die Bahn verpasst? Oder eine Wählerstimme verloren? Beschuldigen Sie uns!“ — heißt es auf einem weiteren Plakat. Doch wirklich bedrohlich ist aus Watsons Sicht die Aufforderung „Schaut RT und findet raus, wen wir als Nächsten hacken“.

    Diese Werbung stelle die Frage nach „den Grundsätzen der Unvoreingenommenheit und der redaktionellen Unabhängigkeit, die in dem Sendekodex der Ofcom formuliert sind“, heißt es in einem Brief des Ministers an die Aufsichtsbehörde. Diesbezüglich müsse nun ermittelt werden, fordert der Labour-Politiker laut der Zeitung. Die Aufsichtsbehörde ist berechtigt, Strafen gegen Medienanstalten zu verhängen und Sendelizenzen zu entziehen.

    Sputnik
    © Sputnik / Konstantin Chalabov
    Den Erhalt des Schreibens hat die Ofcom bereits bestätigt und eine baldige Antwort darauf angekündigt. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die britische Medienaufsicht sich mit RT befasst. So wurde der Sender unter anderem für seine Berichterstattung zu Syrien und zur Ukraine von der Behörde mehrmals gerügt. 13 Mal habe RT gegen britische Mediengesetze verstoßen, seitdem der Kanal im Jahr 2005 auf Sendung gegangen sei, heißt es.    

    Die besagten Werbeposter sind, wie die Zeitung schreibt, von „RT“ selbst entwickelt und mit Zustimmung der Londoner Verkehrsbehörde Transport for London in der U-Bahn der britischen Hauptstadt aufgehängt worden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    RT-Konten in London freigegeben – Willy Wimmer: Eine Folge des Treffens Trump-May?
    Experte zu Kontensperrung von RT: „London agiert als Speerspitze der US-Außenpolitik“
    „Man opfert die Wahrheit“: Oliver Stone zu RT-Kontensperrung in London
    Tags:
    Forderung, U-Bahn, Ermittlung, Werbung, RT, Labour Party, Tom Watson, Jeremy Corbyn, London, Großbritannien, Russland