20:59 24 November 2017
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    Parlamentssitzung in Nordkorea

    Nordkoreanische Abgeordnete schicken Brief an australisches Parlament

    © REUTERS/ Kyodo
    Politik
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    Die australische Außenministerin Julie Bishop hat den Eingang eines Briefs an das Parlament des Landes von Amtskollegen aus Pjöngjang bekannt gegeben. Darin werde die Rede des US-Präsidenten Donald Trump bei der UN-Vollversammlung im September scharf kritisiert. Dies berichtet die Zeitung „Sydney Morning Herald“ am Freitag.

    Der vom Auswärtigen Komitee der Obersten Volksversammlung Nordkoreas verfasste Brief wurde am 28. September über die Botschaft des Landes in Jakarta an die diplomatische Vertretung Australiens in Indonesien übergegeben. Von dort sei dieser Brief an das australische Außenministerin weitergeleitet worden, so die Zeitung.

    Im Brief werde Trumps Auftritt vor der Uno kritisiert, wo jener erklärte, die USA könnten Nordkorea „komplett vernichten“. „Wenn Trump glaubt, er könne die Atommacht Nordkorea in die Knie zwingen, indem er mit einem Atomkrieg droht, dann wird das ein großer Fehler sein“, zitiert das Blatt aus dem Brief. Die Autoren des Briefs rufen das Parlament auf, „seiner Mission und seiner Pflicht gerecht zu werden und hinsichtlich der abscheulichen und unvernünftigen Handlungen von Trumps Administration wachsam zu bleiben“. Der Zeitung zufolge wird vermutet, dass ein solcher Brief auch an Parlamente anderer Länder geschickt worden sei.

    „Das ist der erste Brief, den ein Außenminister nach unseren Informationen aus Nordkorea bekommen hat“, sagte Bishop. „Das ist ein offener Brief, in der Regel schicken sie keine solche Mitteilung rund um den Globus.“ Das zeuge aus Sicht der Ministerin davon, dass „die kollektive Strategie von Verbündeten und Partnern zum Ausüben eines maximalen Drucks und zur Verhängung von diplomatischen und wirtschaftlichen Sanktionen funktioniert“.

    Erst am Donnnerstag hatte die US-Aufklärung erklärt, ein modernes nordkoreanisches U-Boot vom Typ Sinpo-C gesichtet zu haben. Das Schiff dürfte eine oder mehrere interkontinentale ballistische Raketen an Bord nehmen können.

    Das Gegenüberstehen Pjöngjangs und Washingtons hat sich in der jüngsten Zeit infolge der gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas zum Üben eines Schlags gegen Nordkorea im Kriegsfall verschärft. Pjöngjang befürchtet eine amerikanische Bedrohung und stärkt sein Atomwaffen- und Raketenpotential.

    Russland und China hatten Nordkorea zuvor vorgeschlagen, ein Moratorium für Atom- und Raketentests zu verkünden, und Südkorea und den USA – sich der Durchführung von Militärmanövern in der Region zu enthalten, um die Situation auf der Halbinsel zu stabilisieren. Washington hatte diese Initiative ignoriert.

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    Tags:
    Atomkrieg, Atommacht, Parlament, Druck, Sanktionen, Rede, Kritik, Abgeordnete, Brief, Julie Bishop, Australien, Nordkorea
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