14:25 28 Januar 2020
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    Die Probleme in der Kurden-Autonomie häuften sich von Jahr zu Jahr. Immer wieder rief Erbil zu Gesprächen auf. Doch Bagdad verweigerte sich dem Dialog. Deshalb habe es das Referendum in Kurdistan gegeben, sagt Kefah Mahmud, Kommunikationsberater des kurdischen Präsidenten.

    Der Präsident, das Parlament und die Regierung Kurdistans hätten mehrmals an Bagdad appelliert, „endlich den Öl- und Gassektor neu zu regeln, die Grenzfragen und den Status umstrittener Gebiete zu klären“, sagte der Berater im Gespräch mit Sputnik.

    Aber nichts passierte. Mehr noch: Die Zentralregierung in Bagdad habe den Anteil Kurdistans am irakischen Haushalt kassiert. „Eineinhalb Millionen Beamte, darunter auch Militärs, blieben ohne Lohn.“ Deshalb habe das Unabhängigkeitsreferendum stattgefunden – „wegen dieses Drucks vonseiten Bagdads“, so der Experte.

    Erbil, die Hauptstadt der Kurden-Autonomie im Irak, habe zu Verhandlungen aufgerufen: „Es hieß ja nicht: ‚Morgen spalten wir uns ab‘, sondern ‚Lasst uns verhandeln‘“, sagt Mahmud. „Im Gegenzug hat Bagdad Panzer nach Kirkuk geschickt, hunderte Häuser friedlicher Zivilisten wurden verbrannt, hunderttausende Menschen mussten aus der Region fliehen.“

    Und auch jetzt sei Bagdad nicht an einer Normalisierung der Lage gelegen. „Die Situation in Irakisch-Kurdistan entwickelt sich in eine sehr gefährliche Richtung.“

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    Tags:
    Krieg, Druck, Unabhängigkeit, Kurdistan, Irak