20:55 24 November 2017
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    Ex-Kanzler Gerhard Schröder

    Schröder lehnt US-Versuche ab, russisch-europäische Zusammenarbeit zu behindern

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    Politik
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    Russland wirtschaftlich und politisch zu isolieren ist unsinnig und gefährlich. Darüber sprach Altkanzler Gerhard Schröder beim Eurasian Economic Forum in Verona. Er lehnte auch die Versuche Washingtons strikt ab, die Zusammenarbeit zwischen Russland und der EU zu behindern.

    Schröder ging auf die Kritik ein, die ihm wegen seines neuen Amtes im Aufsichtsrat des russischen Erdöl-Konzerns Rosneft entgegenschlug: „Ich gehöre zu denen, die sagen: Das ist mein Leben und ich tue das, was ich für richtig halte“, wird er vom „Handelsblatt“ zitiert. Der Aufsichtsrat habe für ihn gestimmt. „Ich bin ein Gegner des Versuchs, Russland zu isolieren“, fügte Schröder hinzu.

    Im Mittelpunkt des Wirtschaftsforums standen nach Zeitungsangaben unter anderem die Russland-Sanktionen: Die Mehrheit der Beteiligten forderte demnach ein Ende der 2014 verhängten Einschränkungsmaßnahmen. „Es ist politisch unsinnig und ökonomisch gefährlich, Russland zu isolieren“, wiederholte der Altkanzler. „Wir müssen auf ein Ende der Sanktionen hinarbeiten, denn wir brauchen den Markt und die vielfältigen Ressourcen.“ Die russische Wirtschaft zu destabilisieren, sei ebenfalls unsinnig.

    Schröder wies auf „divergierende Interessen“ zwischen Russland und der EU auf der einen und den USA auf der anderen Seite hin. „Ich denke, man hat in der EU verstanden, dass die USA die energiepolitische Zusammenarbeit zwischen Europa und Russland reduzieren wollen.“

    Er hoffe deshalb, dass die EU-Kommission ein klares Zeichen setzen werde, dass ein solcher Druck inakzeptabel sei. „Mein Wunsch ist es, dass die EU-Kommission sehr deutlich macht, dass dies eine Art von Ausübung von Druck ist, die gar nicht geht. Und ich gehe auch davon aus, dass die neue deutsche Bundesregierung ähnlich verfährt.“

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    Tags:
    Sanktionen, Zusammenarbeit, Rosneft, Gerhard Schröder, Europa, USA, Russland
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