01:04 23 November 2017
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    US-Präsident Donald Trump (Archivbild)

    Nach Trumps Kritik: Rosatom will mögliche Revision von U1-Deal nicht kommentieren

    © REUTERS/ Kevin Lamarque
    Politik
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    Der Chef des staatlich geführten russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, hat auf kritische Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zur Übernahme des kanadischen Uranförderers Uranium One (U1) durch das russische Unternehmen gelassen reagiert.

    „Kein Kommentar“, sagte der Topmanager am Freitag auf die Frage, ob eine Revision des Deals im Zusammenhang mit jüngsten Erklärungen Trumps möglich wäre. Der US-Präsident übte am Donnerstag heftige Kritik an US-Medien, die nicht ausreichend genug über den Verkauf von U1 berichten.

    Zuvor hatte das US-Internetportal Hill einen Bericht veröffentlicht, wonach die Bundespolizei FBI bereits 2009 über Angaben verfügte, die Verstöße beim Abschluss des Vertrages belegen. Nach der Übernahme kontrolliere Russland jetzt 20 Prozent der Uranproduktion der USA, hieß es.

    „2010 hatte die Administration von Präsident Barack Obama den Verkauf von U1 ungeachtet der FBI-Vorlagen gebilligt. Hillary Clinton, Trumps Rivalin bei der jüngsten Präsidentenwahl, machte bei der Bestätigung des Deals mit“, hieß es im Bericht.

    Rosatom-Tochter Atomredmetsoloto (ARMZ) hatte 2010 eine Mehrheit von 51 Prozent der Aktien von Uranium One übernommen. Im Herbst 2013 stockte ARMZ seinen Anteil an U1 auf 100 Prozent auf. „ARMZ hatte beim Kauf gar kein Interesse an US-amerikanischen Uran-Bergwerken und war sogar bereit, sie aus dem Deal auszuklammern. Rosatom brauchte kasachische Aktiva von U1“, sagte ein russischer Atomexperte, der anonym bleiben wollte.

    U1 zählt zu den weltgrößten Uranförderern. Zum Kerngeschäft der Uranium One Group gehören geophysikalische Untersuchungen, Exploration und Förderung von Bodenschätzen, darunter Uranerzen.

    In Kasachstan hält der Konzern 70 Prozent der Anteile an den Joint Ventures Betpak Dala (Projekte Akdala und South Inkai), Karatau (50 Prozent), Kysylkum (30 Prozent), Akbastau (50 Prozent) und Saretschnoje (49,67 Prozent). In den USA kontrolliert Uranium One 100 Prozent der Anteile am Projekt Willow Creek und erschließt mehrere Lagerstätten im Bundesstaat Vyoming. U1 ist auch Betreiber beim Projekt Mantra Resources in Tansania.

    Hauptgesellschafter der Uranium One Inc. sind die Uranium One Holding N.V. und die AO Uranium One Group, die zur Uranium-One-Division des Staatskonzerns Rosatom gehören.

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    Tags:
    Bericht, Verkauf, Uran, Rosatom, FBI, Donald Trump, USA
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