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    Peking: Bei Kontakten mit Dalai-Lama droht Verlust von Chinas Freundschaft

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    Jedes Land wird die freundschaftliche Einstellung Chinas verlieren, wenn es Kontakte mit dem tibetischen Oberhaupt, dem Dalai-Lama, pflegt. Der hochrangige Vertreter der „Einheitsfront“ der Kommunistischen Partei Chinas, Zhang Yìjūn, erklärte am Samstag am Rande des 19. Parteitages, warum diese Position für Peking nicht verhandelbar ist.

    Bereits seit Jahren zeigt sich Chinas Führung misstrauisch gegenüber der ständigen Präsenz des Dalai-Lama in der internationalen Politik. Kontakte und Treffen von Staatschefs verschiedener Länder mit dem tibetischen Oberhaupt betrachtet Peking als eine Gefahr für die staatliche Einheit und Stabilität des Landes.

    Die Regierung der chinesischen Volksrepublik sei die einzige legitime Staatsgewalt in China, erklärte in diesem Zusammenhang Zhang Yìjūn.

    „Die chinesische Regierung ist dagegen, dass, welche Staaten auch immer in der Welt, sei es nun eine Regierung oder eine einzelne Organisation, unter dem einen oder anderen Vorwand Kontakte mit dem Dalai-Lama aufrechterhalten“, unterstrich der Parteifunktionär.

    Yìjūn betonte weiter, dass durch diese Handlungen „ein empfindlicher Schlag den nationalen Gefühlen des chinesischen Volkes“ versetzt werde. Mehr noch, dies sei im Prinzip eine teilweise Nichtanerkennung der Tatsache, dass die chinesische Regierung die einzige legitime Staatsgewalt in China sei.

    „Wir hoffen, dass alle Regierungen vorsichtig in ihren Äußerungen und Handlungen sein und genau darüber nachdenken werden, was mit der Freundschaft passieren könnte, die ihr Land mit China unterhält“, erklärte Yìjūn.

    Jegliche Beziehungen mit dem Dalai-Lama würden zumindest als Respektlosigkeit gegenüber der chinesischen Souveränität betrachtet werden.

    Dies habe gerade jetzt an Bedeutung gewonnen, da laut Yìjūn immer mehr Regierungen sich dazu entscheiden, den Dalai-Lama bei sich zu empfangen und somit „separatistische Stimmungen“ verbreiten würden.

    Der Dalai-Lama wird in China als „Separatist, der die Einheit der Nation bedroht“, betrachtet. Entsprechend scharf reagiert Peking auf seine Reisen in der Welt. Im November des vergangenen Jahres etwa reiste er in die Mongolei, was umgehend eine starke negative Reaktion in Peking hervorrief.

    Im April forderte das chinesische Außenministerium Indien dazu auf, aufzuhören, „den Dalai-Lama zu instrumentalisieren, weil dies den beiderseitigen Beziehungen schadet“.

    Beim 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas werden im Moment grundlegende Weichen für Chinas staatliche Strategie der Zukunft gestellt.

    Die größte Neuheit, die Chinas Präsident Xi Jinping bei seinem Auftritt erklärte, war die Verkündung, dass die Kommunistische Partei eine Idee über den „Sozialismus mit chinesischer Spezifik für eine neue Ära“ entwickelt habe.

    Dieser Sozialismus, der auf der Ideologie der Vorgänger Jinpings beruhe, bedeute eine Anleitung zum Handeln für die nächsten fünf Jahre.

    Um neuen Herausforderungen begegnen zu können, muss China laut Xi Jinping in den nächsten Jahrzehnten unter anderem die Korruption ausmerzen sowie seine Streitkräfte tiefgreifend modernisieren.

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    Tags:
    Parteitag, Kommunistische Partei, Xi Jinping, Dalai Lama, Tibet, China
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