Widgets Magazine
23:40 22 Oktober 2019
SNA Radio
    Demokratische Kräfte Syriens nach der Befreiung von Rakka (Archivbild)

    Kurden-Politiker: Beziehung zu USA rein pragmatischer Natur

    © REUTERS / Erik De Castro
    Politik
    Zum Kurzlink
    95719
    Abonnieren

    Zwölf Waffenlager des IS sind in Rakka nach der Befreiung der Stadt entdeckt worden. Der kurdische Politiker Salih Muslim, ehemaliger Co-Vorsitzender der Partei Demokratische Union, fordert eine Aufklärung über den Ursprung dieses Arsenals. Im Interview mit der Agentur Sputnik spricht er außerdem über das Verhältnis der syrischen Kurden zu den USA.

    Ohne Unterstützung von außen hätten die IS-Terroristen in Rakka keine Waffen bekommen können. Deshalb muss festgestellt werden, „wer genau sie dem IS geliefert hat“, fordert Salih Muslim im Sputnik-Gespräch.

    Über die Zusammenarbeit zwischen der kurdischen PYD und den Vereinigten Staaten sagte der ehemalige Parteivorsitzende: „Im Kampf gegen den Terrorismus sind wir gemeinsam mit den USA vorgegangen. Wir haben uns gegenseitig unterstützt. Doch die USA sind eine Großmacht mit ihren eigenen Interessen.“

    Die USA hätten versichert, sie würden nur deshalb syrischen Boden betreten, um gegen den Terror zu kämpfen, so Muslim. Nur: Jetzt richtet Washington in Rojava – jener Region, die von syrischen Kurden kontrolliert wird – Militärbasen ein.

    Der kurdische Politiker sagte dazu: „Unsere Beziehung zu den USA beschränkt sich nur auf den Anti-Terror-Kampf – in anderen Bereichen haben wir nie zusammengearbeitet und tun dies auch nicht. Unsere politischen Beziehungen haben sich bei den Friedensgesprächen in Genf herausgebildet“, versichert Muslim.

    Doch: „In den zurückliegenden drei Jahren hat sich ein gewisses Vertrauen eingestellt. Die USA richten Stützpunkte in unserer Gegend ein, weil sie uns vertrauen. Wir wissen nicht, wie lange sie bleiben – es hat keinerlei Absprachen dazu gegeben“, sagte der PYD-Politiker.

    Anders gestaltet sich die Beziehung der Kurden zu Ankara: „Die Türkei hat mehrmals versucht, uns in die Irre zu führen, indem sie uns Annäherung vortäuschte. Weil sie uns aber nicht täuschen konnte, hat sie uns zu Terroristen erklärt“, sagte der kurdische Politiker. Indes wisse Ankara sehr wohl, dass die PYD keine terroristische Vereinigung ist.

    Die Partei Demokratische Union sei auch keine separatistische Bewegung, erklärt ihr ehemaliger Co-Vorsitzender: „Die syrischen Kurden sind ein Teil Syriens. Die Gründung eines unabhängigen Kurdistans fordert die PYD nicht. Über 50 Prozent der Menschen in Rojava sprechen sich für ein demokratisches multinationales System aus. Würde ein Referendum stattfinden, würde die Mehrheit für das Zusammenleben vieler Völker auf einem Territorium innerhalb eines multinationalen demokratischen Systems stimmen“, ist der PYD-Vertreter überzeugt.

    Doch da ist ja noch der Terror. „Das Problem des Terrorismus wird so schnell nicht auszulöschen sein – selbst dann, wenn der IS endgültig zerschlagen ist“, sagt der Politiker. „Dann können andere Terrororganisationen entstehen, der Terrorismus setzt seine Existenz fort, unter anderem Namen und in anderer Form“, prophezeit er.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    USA wollen Rakka zu Hauptstadt eines „anderen“ Syrien machen – Sicherheitspolitiker
    Doppelte Standards der USA mehren Gefahren für Russlands Militärs in Syrien - Quelle
    USA: Waffendeals für IS-Terroristen in Syrien – Experte sieht „US-Langzeitstrategie“
    Tags:
    Partnerschaft, Kurden, Kurdenpartei PYD, IS, Türkei, Syrien, USA