Widgets Magazine
10:53 21 September 2019
SNA Radio
    Versammlung von Balilla-Mitglieder, 1928

    Droht Europa Neubelebung des Faschismus? Experte klärt auf

    CC0
    Politik
    Zum Kurzlink
    112519
    Abonnieren

    Die italienische profaschistische Partei „Forza nuova“ („Die neue Kraft“) hat eine Kundgebung zum 95. Jahrestag des Marsches auf Rom geplant. Vor diesem Hintergrund äußerte sich der Professor der Universität degli Studi di Cassino, Marco De Nicolò, in einem Sputnik-Interview dazu, ob die Gefahr einer Neubelebung des Faschismus im Land bestehe.

    Die Demonstration sei zwar auf den 4. November verschoben, jedoch nicht ganz gestrichen worden. Und dies trotz der scharfen Polemik in der italienischen Gesellschaft.

    „Die italienische rechtsradikale politische Partei ‚Forza nuova‘ ist trotz Verleugnung der Zugehörigkeit zu rechten oder linken Parteien ganz sicher eine Nachfolgerin des Mussolini-Regimes. Nicht umsonst wurde ein solches Datum für eine Manifestation gewählt“, sagte der Experte. „Das ist eine faschistische Bewegung, die, so paradox es auch klingen mag, Redefreiheit fordert.“

    Die Stärkung solcher Parteien führe vor dem Hintergrund der heutigen Situation in der Gesellschaft dazu, dass der so genannte Neofaschismus in Form von offener Homophobie, Rassismus und radikalem Nationalismus blühe. Das sei aber gewiss kein Faschismus wie früher.

    „Heutzutage beobachten wir eine gefährliche Tendenz zur Stärkung von Neofaschisten in ganz Europa“, warnte De Nicolò. Noch während der EU-Parlamentswahl 2009 seien radikale Parteien entstanden, die stets von einer Stärkung der Souveränität geredet hätten.

    In einer solchen Situation könnten sich die rechtsradikalen Parteien aus Österreich, Deutschland und Ungarn mit denen vereinigen, die Souveränität proklamieren, was letzten Endes zum Zerfall der EU führen würde. Als ein Beispiel dafür nannte der Experte den unendlichen Schutz von Landesgrenzen vor Migranten in der letzten Zeit.

    In Italien spreche man ungern über den Faschismus, anscheinend deshalb, weil er noch nicht der Vergangenheit anheimgefallen sei. Er nehme neue Formen ein, dieser Virus sei heutzutage am Leben und blühe. In der Gesellschaft mangele es an einer Kritik des Faschismus, kein einziger Regierungsvertreter habe die Idee der Manifestation am 28. Oktober verurteilt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Abriss sowjetischer Denkmäler in Polen: Putin bedankt sich bei Israel
    Abriss von Sowjet-Denkmälern in Polen: Moskau wendet sich an EU-Parlament
    Thüringer Verfassungsschutzchef: Kreml billigt deutsche Neonazis – Moskau reagiert
    Befreiten Aliens Polen von Faschisten? Moskau zu russisch-polnischen Beziehungen
    Tags:
    Schutz, Rassismus, Redefreiheit, Parteien, Rechtsradikale, Neofaschismus, Faschismus, Italien