04:15 02 Juni 2020
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    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich für die Wiederherstellung von Vertrauen zwischen Deutschland und Russland ausgesprochen. „Ich glaube, wir sind uns einig, dass wir mit dem gegenwärtigen Zustand nicht zufrieden sein können, und nicht zufrieden sein dürfen“, sagte er am Mittwoch in Moskau nach Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin.

    „Von normalen Beziehungen sind wir noch entfernt. Es gibt noch offene Wunden oder Belastungen, die insbesondere aus der Annexion der Krim und dem Konflikt in der Ostukraine herrühren, die auch Belastungen für unsere bilateralen Beziehungen waren und sind“, fuhr der Ex-Außenminister fort.

    „Auch wenn ich deshalb nicht der Meinung bin, dass wir mit einem einzigen Gespräch eine solche Situation, die sich über die letzten Jahre hinweg aufgebaut hat, auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass wir mit einem einzigen Gespräch verändern können, dann bin ich doch der festen Überzeugung, dass wir solche Gespräche wie heute brauchen und weiter führen müssen – nicht nur abstrakt zwischen unseren beiden Ländern. Sondern auch sehr konkret zwischen den höchsten Repräsentanten unserer beiden Länder.“

    Ihm gehe es heute darum auszuloten, ob es Wege aus einer Negativspirale, die die Seiten in der Vergangenheit erlebt haben, aus der Negativspirale des Vertrauensverlustes, auch von gegenseitigen Vorwürfen auch von Missverständnissen  — ob es aus dieser Negativspirale Auswege gebe. „Ich habe vom russischen Präsidenten heute selbst gehört, wie er darüber denkt, wie er sich die Zukunft der Beziehungen zu Europa und auch zu Deutschland vorstellt.“

    „Ich glaube, Herr Präsident, wir können manche Entfremdung aus der Vergangenheit natürlich nicht ungeschehen machen. Aber es muss unser gemeinsames Ziel sein, den großen Differenzen der vergangenen Jahre jetzt etwas anderes entgegenzusetzen. Nämlich, das gemeinsame Bemühen um mehr Berechenbarkeit und den Wiederaufbau eines Minimums an Vertrauen“, betonte Steinmeier.

    Das Verhältnis – nicht nur zwischen den Regierenden, sondern zwischen den Menschen in Deutschland und Russland – das sei zu wichtig, „das bleibt zu wichtig, als dass wir in einem Zustand von Sprachlosigkeit verharren könnten“.

    „Es ist mir deshalb ein Anliegen, mancher Entfremdung der vergangenen Jahre wirklich entgegenzuwirken, meinen persönlichen Beitrag dazu zu leisten. Und immer auch zu sagen, dass wir gemeinsam in Europa leben und deshalb auch unseren Völkern verpflichtet sind, bei Differenzen und Konflikten auch jenseits dessen immer wieder das Verbindende zu suchen“, betonte Steinmeier.

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    Tags:
    Beziehungen, Pressekonferenz, Wladimir Putin, Frank-Walter Steinmeier, Russland, Deutschland