14:23 28 September 2020
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    Katar dürfte russische S-400-Raketenkomplexe ausschließlich aus politischen Gründen kaufen, nur um die Beziehungen zu Moskau zu festigen. Zu diesem Schluss gelangten von RIA Novosti befragte russische Militärexperten.

    Am Mittwoch kam Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu zu einem Besuch nach Doha. Es handelt sich um die erste Visite eines russischen Verteidigungsministers im Emirat. In Doha wurde ein Abkommen über die militärtechnische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern unterzeichnet.

    Der Besuch findet vor dem Hintergrund einer jähen Zuspitzung der Beziehungen Katars zu anderen Golfländern statt. Anfang Juni hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Bahrain und Ägypten die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und jegliche Kontakte eingestellt. Grund: Verdacht von Unterstützung der Terroristen.

    „Wenn man die dünne Stärke der Streitkräfte von Katar berücksichtigt, werden beliebige Käufe russischer Waffen nicht sosehr praktischen, sondern vielmehr politischen Charakter haben“, sagte Militärexperte Viktor Murachowski. „Das steinreiche Land kann es sich leisten, zum Beispiel eine Division von S-400-Raketenkomplexen für 500 Millionen US-Dollar zu kaufen. Die Division wird die saudische Hauptstadt Riad schützen, nachdem die Golf-Monarchien ihre Streitigkeiten beigelegt haben.“

    Dabei erinnerte der Experte daran, dass die Idee, die Luftabwehrkräfte der Golfländer zusammenzulegen, seit Jahren diskutiert wird.

    Der Direktor des Zentrums für Analyse des globalen Waffenhandels, Igor Korotschenko, ist ebenfalls davon überzeugt, dass Katar Interesse an S-400-Komplexen hat. „Der Erwerb dieser Raketen wurde in letzter Zeit zur Prestigesache… Der Besitz von Abfangraketen großer Reichweite zeugt quasi von der Zugehörigkeit zum Klub in militärischer Hinsicht auserwählter Staaten“, sagte Korotschenko.

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    Tags:
    Kauf, Sicherheit, S-400, Sergej Schoigu, Russland, Katar