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    Bilder aus dem syrischen Idlib nach einer vermutlichen Giftgas-Attacke

    „Viele Diskrepanzen“: Moskau zu Hysterie um UN-Bericht über Giftgasangriff in Syrien

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    Einzelne Länder organisieren laut dem russischen Vize-Außenminister Sergej Rjabkow eine Hysterie um den jüngsten Bericht des gemeinsamen Untersuchungsmechanismus der Uno und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) und politisieren seine Schlussfolgerungen zu eigenen Zwecken.

    Ihm zufolge war es für die russische Seite gar keine Überraschung, dass es in dem am Donnerstag vorgelegten Bericht mehrere „Nichtübereinstimmungen“ gibt.

    „Wir heben die ganze Zeit hervor, dass die Anwendung von derartigen Taktiken zu rein politischen und geopolitischen Zwecken unannehmbar ist“, fügte er hinzu.

    Jene Hysterie, die die Sprecher einiger Länder in ihren Äußerungen nutzten, zeuge nur davon, dass sich die Regierungen dieser Staaten nicht mit dem Gedanken abfinden könnten, dass Russland die weitreichenden Pläne hinsichtlich Syriens hemme, die mit der Ermittlung der Wahrheit zu dem Einsatz von Giftstoffen nichts zu tun hätten.

    „Moskau begreift dies auch sehr gut“, so Rjabkow.     

    Nach einer eingehenden Analyse des UN-Berichts werde Moskau höchstwahrscheinlich konkrete Maßnahmen anbieten, die auf die Verbesserung der Methoden zur Untersuchung von Giftgasangriffen abzielten.

    Dies verfolgt laut Rjabkow das Ziel, „jegliche potentielle Manipulationen mit dem Instrument und dieser ganzen Materie durch eine Gruppe von Ländern zu verhindern, denen das Geschehen gleichgültig ist, wer, wie und aus welchen Gründen Giftstoffe einsetzt. Diese nutzen das ganze Thema nur als Mittel zur Lösung ihrer eigenen, für uns unannehmbaren politischen Aufgaben.“

    Am Donnerstagabend hatte der gemeinsame Mechanismus der Uno und der OPCW einen Bericht zu angeblichen Giftgasattacken in Syrien vorgelegt.

    Die US-Botschafterin bei der Uno, Nikki Haley, hatte die syrische Führung erneut eines Einsatzes des Giftgases Sarin in der Stadt Chan Scheihun beschuldigt. Der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) warf sie vor, in der syrischen Stadt Um Hosh im September 2016 Senfgas eingesetzt zu haben.

    Zuvor hatte Russland ein Veto gegen eine von den USA gewollte Terminverlängerung für die UN-Giftgasuntersuchung in Syrien eingelegt. Das Mandat der Untersuchungskommission läuft am 17. November aus. Moskau begründete dies damit, dass zuerst ein Bericht zu der Giftgasattacke am 4. April vorgelegt werden müsse, ehe das Mandat verlängert werden könne.

    Am 4. April 2017 waren in der syrischen Stadt Chan Scheichun bei einem Giftgasangriff mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. US-Präsident Donald Trump ordnete daraufhin als Vergeltung einen Raketenangriff auf den syrischen Flugplatz Schairat an. Die syrische Regierung weist jegliche Vorwürfe wegen des angeblichen Giftgasangriffs entschieden zurück.

     

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    Tags:
    Hysterie, Bericht, Giftgasangriff, OPCW, Uno, Sergej Rjabkow, Nikki Haley, USA, Syrien, Russland