04:25 20 April 2019
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    Ukrainian servicemen sit on an Armoured Personal CarrierMembers of the Ukrainian armed forces are seen not far from Debaltseve, eastern Ukraine February 15, 2015

    Ukraine: Armee verliert über 10.000 Soldaten durch nicht-militärische Kampfhandlungen

    © AFP 2019 / Oleksandr Ratushniak © REUTERS / Gleb Garanich
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    Die ukrainische Armee hat laut dem Militärstaatsanwalt Anatolij Matios seit dem Ausbruch der Krise im Osten des Landes Tausende Soldaten durch eigene nicht-militärische Handlungen einbüßen müssen.

    Bei den Verlusten handelt es sich vor allem um jene, die durch fahrlässigen Umgang mit Waffen, durch Kriminalität unter den Soldaten, Krankheiten oder mangelnde sanitäre Behandlung entstanden sind.

    „Ich möchte jetzt eine grausame Statistik offenlegen, über die keiner sprechen will. Seit dem Jahr 2014 bis zum heutigen Moment sind in den ukrainischen Streitkräften und anderen Einheiten, die das Land verteidigen, 10.103 Personen durch unumkehrbare und sanitäre Verluste – also nicht durch Kampfhandlungen – gestorben“, erklärte Matios gegenüber dem Sender ZIK am Samstag.

    Allein im Gebiet des militärischen Konfliktes würden die Verluste, die nicht durch Kampfhandlungen entstanden seien, bei 3.700 Mann liegen.

    Laut Matios sind die Gründe für den Großteil dieser gewaltigen Verluste klar: Verletzung von Sicherheitsvorschriften und –bestimmungen oder fahrlässiger Umgang mit dem Militärdienst.

    „Zwei vollständige Kampfbrigaden“ seien gestorben wegen der Nichteinhaltung von Vorschriften bzw. Instruktionen oder auch durch die Kriminalität unter den Soldaten. Über 360.000 Mann würden zudem an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, so Matios weiter.

    „Der Staat hat seinen Vertrauenskredit sowohl bei der Gesellschaft als Ganzes als auch in den einzelnen Armeeeinheiten verloren. Dementsprechend glaubt das Volk nicht mehr den Regierungsvertretern, die es gewählt hatte, denn dieser Staat kann die Menschen nicht mehr schützen“, erklärte der Militärstaatsanwalt weiter.

    Die Behörden der Ukraine hatten im April 2014 eine Militäroperation gegen die beiden selbstausgerufenen Volksrepubliken Lugansk und Donezk gestartet, die nach dem Staatsstreich in der Ukraine vom Februar 2014 ihre Unabhängigkeit erklärt hatten.

    Ukrainischer Präsident Petro Poroschenko im Donbass
    © Foto : Ukrainian Presidential Press Service / Mikhail Palinchak
    Nach UN-Angaben sind in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahlen berufen sich allerdings auf die offiziellen Statistiken und sind demnach als deutlich höher anzunehmen.

    Die Regelung der Situation im Donbass ist Verhandlungsgegenstand der Kontaktgruppe in Minsk, die bereits mehrere Dokumente verabschiedet hat, in denen Schritte zur Deeskalation des Konflikts aufgezeigt sind.

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    Tags:
    Nicht-Kampf-Verluste, Ukrainische Armee, Donbass, Ukraine