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    Ukrainischer Außenminister Pawel Klimkin und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

    Steinmeier gegen Klimkin: Warum Kiew vom Westen kein Geld mehr bekommen wird

    © AFP 2019 / Sergei Supinsky
    Politik
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    Kürzlich sind drei unterschiedliche, jedoch wohl miteinander verbundene Ereignisse passiert: der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Moskau; der Besuch des ukrainischen Außenministers Pawel Klimkin in Berlin und die Meldung von Naftogas über die Inbetriebnahme des ersten Strangs der Pipeline Turkish Stream 2018.

    Wie der Chef des ukrainischen Energieversorgers Naftogas, Andrej Kobolew, vor kurzem mitteilte, soll nach Angaben aus Kiew der erste Strang von Turkish Stream 2018 in Betrieb genommen werden. Damit würde die Ukraine als bisheriges Transitland mindestens eine halbe Milliarde US-Dollar ihres jährlichen Einkommens einbüßen. Dies sei ungefähr ein Viertel oder ein Fünftel der Gesamtsumme in Höhe von etwa zwei bis 2,5 Milliarden US-Dollar, die Kiew immer noch am Transit des russischen Gases in die EU verdient.

    Kobolew zeigte sich zudem darüber besorgt, dass die Gesamtverluste der Ukraine bereits eine Milliarde US-Dollar betragen würden, sobald der zweite Strang von Turkish Stream in Betrieb genommen werde, was voraussichtlich Ende 2019 geschehe. Dabei würden die jährlichen Einnahmen auf eine bis 1,5 Milliarden Dollar zurückgehen.

    Wie der russische Politikwissenschaftler Rostislaw Ischtschenko anmerkt, erwähnte dabei der Chef der ukrainischen Öl- und Gasholding mit keinem einzigen Wort das Projekt Nord Stream 2, obwohl Kiew gerade darauf die Hauptaufmerksamkeit in den letzten zwei Jahren gelegt habe und das Scheitern dieses Projektes beinahe zu einer nationalen Idee der Ukraine geworden sei.

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    Tags:
    nationale Idee, Verluste, Einkommen, Transit, Ereignisse, Nord Stream 2, Turkish Stream, Naftogas, EU, Andrej Kobolew, Pawel Klimkin, Frank-Walter Steinmeier, EU, Berlin, Moskau, Kiew, Ukraine