01:51 05 Dezember 2020
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    Der Präsident der autonomen Region Kurdistan Irak, Massud Barsani, zieht sich aus seinem Amt zurück, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Sprecher von Kurdistans Behörden.

    Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen irakischen Kurden und der Zentralregierung getroffen. Barsani, der seit 2005 Chef der autonomen Region ist, will seine Amtszeit nicht über den 1. November ausdehnen, teilte er in einem Schreiben an das kurdische Parlament mit. Barsanis Befugnisse sollen demnach unter der Regionalregierung, dem Parlament und der Justiz aufgeteilt werden.

    Für den 1. November waren Präsidentschaftswahlen in Irakisch-Kurdistan angekündigt worden, die aber später wegen der zugespitzten Krise mit Bagdad unbefristet verschoben wurden.

    Mehr zum Thema: Es wird kein unabhängiges Kurdistan geben

    Die Spannungen in den Beziehungen zwischen Kurdistan und Bagdad nahmen nach dem Unabhängigkeitsreferendum am 25. September zu. Dabei wurde dieses Referendum nicht nur von den Zentralbehörden Iraks, sondern auch von der Regierung der Türkei und der USA kritisiert.

    Mitte Oktober übernahm die Zentralregierung des Iraks fast ohne Kämpfe die Kontrolle über die Stadt und Provinz Kirkuk, die von kurdischen Aufständischen kontrolliert worden waren. Im Unterschied zu den nahe gelegenen Städten Erbil und Sulaimaniyya, die zu Kurdistan gehören und auch vorwiegend kurdisch sind, ist die Bevölkerung des ölreichen Kirkuks nicht so homogen, weshalb die Kontrolle durch kurdische Einheiten viele Fragen aufwarf.

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    Tags:
    Rücktritt, Referendum, Massud Barsani, Kurdistan, Irak