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22:58 21 August 2019
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    Kinder in Syrien (Archivbild)

    Verzerrtes Bild: Doch kein Essenmangel im syrischen Ostghuta

    © Sputnik / Maxim Blinov
    Politik
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    Trotz früheren Berichten deutscher Medien gibt es in Ostghuta, einem Vorort von Damaskus, wo eine Deeskalationszone eingerichtet worden ist, keine Probleme mit Lebensmitteln, sagten syrische Unternehmer gegenüber Journalisten.

    Kaufmann Hassan Alachatdin erzählte, dass er mit seinem Lastwagen Kartoffeln und Grütze aus Damaskus nach Ostghuta bringt.

    „Es gibt hier noch keine Landwirtschaft. Aber man fühlt hier keine grundsätzlichen Probleme mit dem Essen – in den Läden sind die Preise wie in Damaskus. Ein Kilo Kartoffeln kostet zum Beispiel sowohl hier als auch dort 100 Lira (0,16 Euro – Anm. d. Red.)“, so Alachatdin.

    Sein Gewinn sei demnach nur der kleine Unterschied zwischen dem Großhandels- und dem Abnehmerpreis.

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    Laut dem Besitzer einer lokalen Metzgerei, Mohammed Ali, bestehen jetzt keine Probleme mit Zulieferungen, es gibt immer frisches Lammfleisch, Rindfleisch und Hähnchen. Demzufolge kaufen Einheimische in seiner Metzgerei durchschnittlich 200-300 Gramm Fleisch. Er sei sicher, dass heute und morgen neue Kunden kommen, deshalb brauche er in seinem Laden immer einen gewissen Warenvorrat.

    Nach der Ankunft der russischen Militärpolizei fühlen sich die Einwohner der Enklave sicherer, so Ali.

    „Richten Sie ihrer Militärpolizei meinen Dank aus. Seitdem sie hier sind, wurde es viel sicherer. Jetzt verstehen wir, dass hier keine Kämpfer eindringen werden.“

    Die Bevölkerung von Ostghuta zählt über 200.000 Menschen. Täglich wird von Russland, den syrischen Behörden sowie der Uno humanitäre Hilfe dorthin gebracht und kostenfrei verteilt. Die russische Militärpolizei gewährleistet die Sicherheit an der Kontrollstelle an der Einfuhrt in die Enklave, über die das Frachtgut gebracht wird.

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    An der Kontrollstelle befinden sich jetzt „mehr als zehn Konvois mit humanitärer Hilfe“.

    „Damit werden Medikamente, Lebensmittel, alles Nötigste befördert. Die Geschäfte funktionieren, es gibt keine Probleme mit Lebensmitteln“, sagte der Kommandeur eines Zugs der Militärpolizei, Jewgeni Kosakow.

    Demzufolge bieten die äden eine breite Nahrungsmittelauswahl. Wenn jemand etwas brauche, was es in Ostghuta nicht gibt, fahre man „ungehindert nach Damaskus und andere Städte Syriens“.

    Derzeit werden von Russland und der Uno zwei Hilfskonvois für Ostghuta vorbereitet. Offiziere des russischen Zentrums für die Versöhnung der Konfliktparteien verhandeln ihre Durchfahrt mit allen Seiten. Die neue Partie humanitärer Hilfe wird in den nächsten Tagen erwartet.

    Seit Anfang Mai werden in Syrien vier Schutzzonen geschaffen. Das entsprechende Abkommen wurde in der kasachischen Hauptstadt Astana zwischen den Vertretern Russlands, des Irans und der Türkei getroffen. Derweil gibt es in Syrien drei Sicherheitszonen: Nördlich der Stadt Homs, im Raum von Ostghuta und an der Grenze Syriens zu Jordanien. Zur vierten Deeskalationszone gehören die Provinz Idlib und die vier benachbarten Provinzen Aleppo, Latakia und Hama.

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    Am 23. Oktober hatte die „Bild“-Zeitung einen Artikel über das angebliche Verhungern von Kindern in Ostghuta veröffentlicht.

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    Tags:
    Humanitäre Hilfsgüter, humanitäre Hilfe, Lebensmittel, Kinder, Zivilisten, Essen, Russisches Zentrum für Versöhnung der Konfliktparteien, Bild-Zeitung, Syrien, Russland