18:33 16 Juni 2019
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    Krim (Archivbild)

    Ukraine fürchtet: Westen gewöhnt sich an Krim als Teil Russlands – Journalist

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    Politik
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    Die Weltgemeinschaft wird laut dem ukrainischen Journalisten Roman Botschkala mit der Zeit vergessen, dass die Krim ein Teil der Ukraine gewesen ist, weil die Krim-Frage nun nicht mehr im Vordergrund steht. Das berichtet das Portal „rueconomics.ru“.

    Immer seltener wird laut dem Portal im Westen die Frage der Rückkehr der Halbinsel Krim unter die Kontrolle der Ukraine in Erwägung gezogen. Und seltene Erklärungen, beispielsweise von Tschechiens Präsident Milos Zeman, rufen dazu auf, die Halbinsel als russisch anzuerkennen. Laut dem ukrainischen Journalisten wird die Krim-Frage immer mehr aus dem Gedächtnis Europas und anderer Regionen gelöscht, weil die Zeit „den Mechanismus des Vergessens startet“.

    Als Beispiel dafür führte Botschkala die Situation auf Zypern an, wo seit den 70-er Jahren die nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern existiert. Nach den vielen Jahren, die vergangen sind, seitdem diese gegründet wurde, habe man sich in der Welt an ihren Status gewöhnt. Der Konflikt zwischen Nikosia und Ankara um Nordzypern habe das Land nicht daran gehindert, im Jahr 2004 EU-Mitglied zu werden. Bald sei die Türkei in die EU eingeladen worden, die de facto niemand für die „Okkupation“ bestraft habe.

    „Es gibt viele ähnliche Beispiele. Täglich gibt es neue Konflikte in der Welt“, betonte Botschkala.

    Er zeigte sich jedoch besorgt, dass in mehreren Jahren die Welt überhaupt vergessen werde, dass die Krim bis 2014 ein Teil der Ukraine war. Im Unterschied zu dem Donbass-Teil, der von den Volksrepubliken Donezk und Lugansk kontrolliert wird, kann Kiew Botschkala zufolge kaum die Halbinsel zurückholen, besonders vor dem Hintergrund der wachsenden Bereitschaft einer Reihe der Länder, den russischen Status der Region zu akzeptieren. „Künftig wird es nur schlimmer“, sagte er abschließend.

    Die Krim war im März 2014 – nach rund 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Nach Behördenangaben waren 96,77 Prozent für die Wiedervereinigung mit Russland bei einer Wahlbeteiligung von 83,1 Prozent.

    Der Anlass für das Referendum war der blutige Umsturz in Kiew gewesen, bei dem die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von den Nationalisten geprägte Regierung gestellt hatte. Die von einer russisch stämmigen Bevölkerung dominierte Krim hatte den Umsturz nicht anerkannt. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim als ukrainisches Gebiet. Auch die USA und andere westliche Staaten, die die neue ukrainische Führung unterstützen, haben die Wiedervereinigung der Insel mit Russland nicht anerkannt.

    Die Halbinsel hatte bereits seit 1783 zu Russland gehört, bevor der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow 1954 die Halbinsel symbolisch von der Russischen Sowjetrepublik an die Ukrainische Sowjetrepublik – beide im Bestand der Sowjetunion – „verschenkt“ hatte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Dezember 1991 verblieb die von Russen dominierte Krim automatisch in der Ukraine. Laut russischen Politikern und Rechtsexperten war die eigenmächtige Übertragung verfassungswidrig.

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