13:07 21 November 2018
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    US-Militärflugplatz Kandahar in Afghanistan (Archivbild)

    Selbst 50 Jahre sind nicht genug – USA bleiben auf ewig in Afghanistan?

    © Foto: DoD/ U.S. Air Force/ Senior Airman David Carbajal
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    Wie lange wollen die USA noch in Afghanistan bleiben? Bis dort Frieden und Stabilität eingekehrt seien, versichert US-Außenminister Tillerson. Doch es verhält sich genau umgekehrt, sagte Nabi Paktin, afghanischer Botschafter in Indien, gegenüber der Agentur Sputnik.

    Solange die Vereinigten Staaten in Afghanistan bleiben, „solange wird es dort Krieg und Elend geben“, sagte der Botschafter.

    Für Washington sei Afghanistan „eine kostenlose Rohstoffkammer mit all dem Erz, Öl und den Drogen“. Die USA wollten in Afghanistan „angeblich die Demokratie“ ins Leben rufen, „haben ihre Truppen dorthin entsandt und die afghanischen Streitkräfte ausgerüstet – oder besser gesagt das, was von den Streitkräften übriggeblieben war: Ein Häufchen von Wehrpflichtigen ohne militärische Ausbildung.“

    Dann hätten sich die Vereinigten Staaten mit den Drogenbaronen zusammengetan und dabei jene Provinzen ausgesucht, „wo die meisten Drogen produziert wurden“. Die Amerikaner hätten dann Häuser von Afghanen überfallen. „Das wurde in den Provinzdörfern als Diebstahl und Raub aufgefasst“, erklärt der Botschafter. „Natürlich haben sich da immer mehr Menschen den Regierungsfeinden angeschlossen, und der Krieg wurde nur noch schlimmer.“

    Einige Amis hätten ihre Waffen und Ausrüstung an die Regierungsgegner verkauft, die afghanischen Truppen hätten auch mit dem Waffenhandel angefangen.

    „So geht es leider bis heute“, sagt der Experte. „Die US-Truppen werfen von Helikoptern ganze Waffenladungen ab, für die Kämpfer in den unterschiedlichen Provinzen.“ Das afghanische Volk wisse: „Die Amerikaner helfen den Taliban und dem IS. Eben deshalb haben die Afghanen aufgehört, ihnen zu vertrauen. Mancherorts finden die USA nicht mal mehr Dolmetscher, die mit ihnen zusammenarbeiten wollen.“

    Die Amerikaner würden Waffen verkaufen, Drogen in der ganzen Welt verbreiten. Und in Afghanistan „fördern sie Rohstoffe, die sie dann außer Landes schaffen“. Raub sei das einzige, was die Amerikaner in Afghanistan jetzt noch täten. „Sie können den Krieg nicht gewinnen, weil er schon verloren ist. Sie versuchen jetzt, alles in die Finger zu kriegen, was sie noch können: Geld, Drogen.“

    Den Afghanen gehe es indes immer schlechter: „Die Wirtschaftssituation wird schlimmer, Korruption und Vetternwirtschaft grassieren. Die Amerikaner haben bis heute keine einzige Schule, kein einziges Krankenhaus aufgebaut. Man findet keinen, der gut über Amerika denkt.“

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    Tags:
    Kritik, Ex-Botschafter, Einsatz, Taliban, Terrormiliz Daesh, USA, Afghanistan