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    Ukrainer in „SS-Uniform“: Kiew antwortet Warschau auf Einreiseverbot

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    Politik
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    Das Außenministerium der Ukraine hat auf die Erklärung des polnischen Außenministers Witold Waszczykowski geantwortet, dass Warschau gegen das Land eingestellte Ukrainer nicht einreisen werden lasse.

    „In der Ukraine gibt es keine antipolnischen Stimmungen, die Mehrheit der Ukrainer verhält sich Polen gegenüber absolut positiv“, hieß es aus Kiew.

    Zur Bekräftigung dieser Tatsache erinnerte das Außenministerium daran, dass in Polen Hunderttausende Ukrainer arbeiten würden. „In der ukrainischen Gesellschaft ist man sich der Notwendigkeit einer weiteren Festigung der Zusammenarbeit mit Polen im Interesse der beiden Völker und auch ganz Europas klar bewusst“, ergänzte man in der Behörde.

    Am vergangenen Donnerstag hatte Polens Chefdiplomat Witold Waszczykowski erklärt, „Menschen, die demonstrativ Uniformen der ‚SS Galitschina‘ anziehen, werden nicht nach Polen einreisen“.

    In der Ukraine haben Nationalisten mehrere antipolnische Aktionen durchgeführt. So wurde im Gebiet Lwiw ein Denkmal für jene Polen gesprengt, die im Jahr 1944 von SS-Leuten aus der Division „Galitschina“ getötet worden waren, welche aus an Nazi-Deutschlands Seite kämpfenden Ukrainern bestand. Ein  anderer Akt des Vandalismus ereignete sich unlängst im Gebiet Kiew, wo Unbekannte ein Denkmal auf einem polnischen Friedhof mit der Symbolik der  SS-Division „Galitschina“ beschmiert hatten.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko (l.) besuchte zuletzt im Dezember 2016 Warschau. Rechts: Polens Präsident Andrzej Duda
    © Foto : Presseamt des ukrainischen Präsidenten
    Im Sommer 2016 hatte das Unterhaus des polnischen Parlaments beschlossen, den 11. Juli zum Nationalen Gedenktag an die Opfer des Genozids zu erklären, das von ukrainischen Nationalisten gegen die Bewohner der Polnischen Republik in den Jahren 1943-1945 verübt worden war. Nach der Version der polnischen Seite wurden diese Massenmorde in den Jahren 1939 bis 1945 von Anhängern der Ukrainischen Aufständischen Armee (OUN-UPA) gegen die polnische Bevölkerung in Wolhynien, Ostgalizien und in den südöstlichen Woiwodschaften der Zweiten Polnischen Republik, die von 1918 bis 1945 bestand, verübt.

    Die Werchowna Rada — das ukrainische Parlament, — hatte in einer Erklärung die Entscheidung des polnischen Sejms verurteilt, das Wolhynien-Massaker als Genozid  einzustufen. Die ukrainischen Abgeordneten meinten, diese Entscheidung gefährde die politischen und diplomatischen Kontakte beider Länder.

     

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    Tags:
    Einreiseverbot, SS, Warschau, Ukraine, Kiew