21:40 05 Dezember 2019
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    Linken-Politiker und Leiter der deutschen Delegation auf der Krim - Andreas Maurer

    Linken-Politiker Maurer: Gerede von Krim-„Annexion“ versiegt

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    In diesen Tagen findet auf der Krim zum ersten Mal das „Forum der Krimfreunde“ statt. Nun hat einer der Teilnehmer, der deutsche Linken-Politiker Andreas Maurer, sich über die Einstellung westlicher Medien zur Halbinsel geäußert.

    Insgesamt hat die internationale Konferenz „Russland, Krim und die modernen internationalen Beziehungen“ rund 90 Delegierte aus 30 Ländern auf der Halbinsel versammelt.

    Ein Teilnehmer der deutschen Delegation, der Linken-Politiker Andreas Maurer, deutet nun darauf hin, dass das Thema der „Annexion“ der Krim für deutsche Medien zunehmend komplizierter werde. Die westlichen Medien würden daher immer wieder versuchen, das Thema der Krim mit dem Thema der Ostukraine zu vermischen. So würden selbst seriöse Zeitungen immer wieder die Krim-Frage an die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen knüpfen, so Maurer.

    Andreas Maurer auf der Krim
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    Andreas Maurer auf der Krim

    Doch dies sei Nonsens. Schließlich verliere der Minsker Vertrag kein einziges Wort über die Krim – dort gehe es ausschließlich um den Donbass und Lugansk.

    Die politische Elite habe demnach erkannt, dass das Krim-Thema allein kaum mehr negativ dargestellt werden könne – also versuche sie noch etwas „dazuzugeben“, sagte der deutsche Politiker der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti.

    Veranstaltungen wie das aktuelle Forum seien laut Maurer eine sehr gute Möglichkeit, die Einstellung der Weltöffentlichkeit zu Russland und zur Krim positiv zu verändern.

    Laut Maurer interessieren sich immer mehr Deutsche für die Halbinsel. Das Wort „Annexion“ sei dagegen mittlerweile so „abstrakt“ geworden, dass es kaum mehr eine Wirkung entfalte.

    Entscheidend sei hierbei auch die öffentliche Diplomatie – etwa private Reisen deutscher Staatsbürger auf die Krim, wo sie die reale Situation sehen und zu Hause über ihre Reiseeindrücke erzählen können.

    Dass sich die Krim-Frage zunehmend von dem Begriff der „Annexion“ löse, sei auch an der Wortwahl deutscher Medien zu ersehen.

    Hätten sie früher das Wort „Annexion“ drei Mal in einem Satz genutzt, so komme es jetzt bedeutend seltener vor, so Maurer.

    Erstmals findet in Jalta am sechsten und siebten November das sogenannte „Forum der Krimfreunde“ im Rahmen der internationalen Konferenz „Russland, Krim und moderne internationale Beziehungen“ statt. An dem Forum nehmen rund 90 ausländische Gäste aus fast 30 Ländern teil. Ziel des Treffens ist unter anderem die Gründung der „Assoziation der Krimfreunde“. Auch soll an die westlichen Länder und die Weltöffentlichkeit ein Appell zur Wiederherstellung der Beziehungen zwischen der Krim und den Ländern der Welt gerichtet werden.

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    Konferenz, Massenmedien, Eingliederung, Andreas Maurer, Russland, Krim