22:56 21 April 2019
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    Kiew, Ukraine

    Kiew sperrt russische Journalisten aus: „Um Geschehenes zu verhüllen“ – Lawrow

    © AFP 2019 / Vasily Maximov
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    Die Ukraine will eine objektive Beleuchtung der Situation im Land verhindern, indem sie die Einreise für russische Journalisten sperrt. So kommentierte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag die Entscheidung ukrainischer Behörden, dem Journalist Sachar Winogradow von der Agentur RIA Novosti die Einfahrt zu verwehren.

    „Für die Haltung der jetzigen ukrainischen Machthaber gegenüber Journalisten kann man unendlich negative Beispiele anführen“, so der Minister.

    Es handle sich aber nicht nur um eine Einreisesperre für Journalisten aus Russland, anderen europäischen Ländern oder anderen Regionen der Welt, die versuchen, objektiv über Geschehnisse in der Ukraine zu berichten.

    „Die ukrainischen Behörden unternehmen alles, damit diese Tatsachen vor allem in europäischen Ländern nicht bekannt werden. Die Tatsachen sickern dennoch durch, sogar durch diese Wand der Gegenwirkung, die europäische Regierungen in einem nicht unbedeutenden Ausmaß zu bewahren versuchen“, meinte Lawrow.

    Er wies auf Mordfälle an Journalisten hin, die in der Ukraine bisher nicht ermittelt seien, und äußerte die Hoffnung, dass „unsere ausdrücklichen Aufrufe an entsprechende internationale Institutionen eine Wirkung erzielen“ würden.

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    Das betreffe auch die OSZE. Ihr spezieller Vertreter für Medienfreiheit habe „mehrmals versucht, die Situation mit Journalistenrechten in der Ukraine einigermaßen objektiv“ zu beleuchten, so der Minister.  

    Zuvor hatte der ukrainische Geheimdienst SBU dem Journalisten Sachar Winogradow die Einreise in die Ukraine für fünf Jahre verboten. Das ist nicht der erste Falle einer Sperre für russische Journalisten. 2015 stellte Kiew für 115 russische Medien die Akkreditierung bei ukrainischen Behörden ab und führte persönliche Sanktionen gegen den Generaldirektor von „Rossija Segodnja“, Dmitri Kiseljow, sowie gegen die Chefredakteurin von Sputnik und RT, Margarita Simonjan, ein.

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    Dem Pressefotografen Alexej Kudenko und dem Korrespondenten Andrej Malyschkin – beide von der Agentur RIA Novosti – wurde 2014 die Einreise verwehrt. Am 6. Mai 2017 war der Pressefotograf von der Agentur „Rossija Segodnja“, Ramil Sitdikow, zum ESC-Finale in der ukrainischen Hauptstadt nicht zugelassen.

    Die Ukraine verbot die Ausstrahlung der wichtigsten russischen Sender. Das russische Außenministerium bezeichnete die Handlungen Kiews als Verletzung der Medienfreiheit und rief die OSZE, die EU und die USA auf, auf die Verbote scharf zu reagieren. Laut dem Ministerium seien die doppelten Standards, die der Westen in dieser Situation verwendet, unzulässig.

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    Tags:
    Presse, Medienfreiheit, Medien, Journalisten, Journalismus, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), OSZE, Sergej Lawrow, Russland, Ukraine