17:51 17 Januar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    112583
    Abonnieren

    Alle Länder der Welt müssen Handelsbeziehungen zu Nordkorea abbrechen. Präsident Trump hat dies beim Treffen mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Moon Jae-in in Seoul gefordert. Welche Folgen es hätte, würden „alle Länder der Welt“ dieser Aufforderung folgen, sagte der Asien-Experte Alexej Maslow dem Portal „rueconomics“.

    Inakzeptabel sei es, dass „Mitglieder der Völkergemeinschaft“ durch wirtschaftliche Deals dazu beitrügen, das „täglich immer gefährlichere“ Regime in Pjöngjang zu finanzieren und zu bewaffnen, sagte US-Präsident laut dem Portal.

    Der UN-Sicherheitsrat hatte erst im August und September dieses Jahres neue Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea verhängt. Die Währungseinnahmen dieses Landes fielen daraufhin um die Hälfte – von drei auf eineinhalb Milliarden Dollar. 

    Katastrophale Folgen für die nordkoreanische Wirtschaft seien jedoch – entgegen den Erwartungen – ausgeblieben, sagte der Sinologe Alexej Maslow von der Moskauer Universität der Völkerfreundschaft RUDN dem Portal.

    „Nordkoreas Wirtschaft hat sich an die Sanktionen des UN-Sicherheitsrats inzwischen angepasst. Außerdem werden die Möglichkeiten der nordkoreanischen Wirtschaft oftmals unterschätzt“, so der Experte. Sie sei nämlich „genügsam und flexibel“. Man solle also nicht damit rechnen, dass „Nordkorea unter dem Sanktionsdruck plötzlich nachgibt und zusammenbricht.“

    Worauf Nordkoreas Wirtschaft sich stütze, sei der Privatsektor: 30 bis 40 Prozent der nordkoreanischen Wirtschaftsleistung würden Privatunternehmer erbringen. „Das ist also keineswegs das radikal sozialistische Land, das Nordkorea noch vor 20 oder 30 Jahren gewesen sein mag.“ Das private Engagement bringe Pjöngjang eine gute Dividende, betont der Experte.

    Auch das wirtschaftliche Wachstum Nordkoreas solle nicht kleingeredet werden. Unter Kims Führung wachse die nordkoreanische Wirtschaft im Schnitt mit fünf Prozent pro Jahr. „Natürlich werden die Sanktionen ausgesprochen negative Folgen für das Land haben. Aber eine niedergeschlagene Volkswirtschaft ist Nordkorea längst nicht mehr – bei all der Armut hat sie erhebliche Wachstumspotentiale.“

    Und dann, ja dann gebe es da noch eine Reihe von Ländern, die an einer wirtschaftlichen Katastrophe in Nordkorea gar kein Interesse haben können. „Das gilt vor allem für Peking, das die Sanktionspolitik der UNO gezwungenermaßen mittragen musste.

    Eine Hungersnot oder eine tiefgreifende Wirtschaftskrise in Nordkorea – für China wäre das alles andere als vorteilhaft: „Aus diesem Grund schränkt Peking einerseits die Lieferung verbotener Güter in das Nachbarland ein, stimuliert jedoch auf der anderen Seite den Handel mit Waren, die nicht verboten sind.“

    Mit seiner Erklärung wettere Trump also gegen eine ganze Gruppe von Staaten, die überhaupt nicht wollten, dass Pjöngjang wirtschaftlich erwürgt werde. „Deshalb werden die Vereinigten Staaten eher die Handelsbeziehungen zwischen Pjöngjang und seinen Partnern torpedieren als auf den Beschluss des UN-Sicherheitsrates zu setzen“, sagt der Analyst.

    Das entsprechende Werkzeug setze Washington in anderen Teilen der Welt auch schon ein: „Sanktionen gegen einzelne Firmen und Konzerne, die mit nordkoreanischen Partnern Geschäfte machen“, sagt der Experte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Nordkorea umzingelt von Eskalationswilligen
    Trump hofft auf Moskaus Hilfe bei Nordkorea-Konflikt
    Japan verschärft Sanktionen gegen Nordkorea
    Wegen Nordkorea: Trump bittet Kongress um mehr Geld für Verteidigung
    Tags:
    Folgen, Wirtschaftskrise, Sanktionen, UN, Nordkorea, USA, China