04:48 06 Dezember 2019
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    Übungen in Schutz für Atom- und Chemiewaffen (Symbolbild)

    Chemieattacken in Syrien: UN-Sicherheitsrat übte Druck auf Ermittlungsmission aus

    © Sputnik / Sergey Krivosheev
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    Landesvertreter im UN-Sicherheitsrat haben Druck auf Experten der Mission zur Ermittlung von Tatsachen eines Chemiewaffeneinsatzes in Chan Scheichun ausgeübt, wie der Leiter des Gemeinsamen Mechanismus der OPCW und der UNO, Edmond Mulet, gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti mitteilte.

    „Mit Bedauern muss ich sagen, dass dieser Fall sehr politisiert ist, obwohl es nicht so sein sollte“, sagte er.

    „Im Arbeitsprozess werden wir einerseits hin und her gezerrt, und man sagt uns andererseits, wie wir unsere Arbeit tun sollten. Falls ihr dies nicht so tun werdet, kann man euch nicht vertrauen. Falls ihr unseren Anweisungen nicht folgen werdet, werden wir als die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates euer Gutachten nicht akzeptieren. Ich sage bereits seit langem allen: Die Wissenschaft sagt selbst alles“, fügte Mulet hinzu.

    Der Gemeinsame Mechanismus der Uno und der OPCW (Joint Investigation Mechanism) hatte Mitte September dem UN-Sicherheitsrat seinen Bericht über Giftgas-Attacken in Syrien vorgestellt. UN-Experten hatten die syrische Armee für den Giftgasangriff in Chan Scheihun verantwortlich gemacht. Das Giftgas sei mit einer Bombe aus einem Flugzeug abgeworfen worden. Dem Bericht zufolge setzte der IS im September 2016 zudem Senfgas in der syrischen Stadt Umm Hausch ein.

    Zuvor hatte Russland ein Veto gegen eine von den USA geforderte Terminverlängerung für die UN-Giftgasuntersuchung in Syrien eingelegt. Das Mandat der Untersuchungskommission läuft am 17. November aus. Moskau begründete sein Veto damit, dass zuerst ein Bericht über die Giftgasattacke am 4. April vorgelegt werden müsse, ehe das Mandat verlängert werden könne.

    Am 4. April 2017 waren in der syrischen Stadt Chan Scheihun bei einem Giftgasangriff mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. US-Präsident Donald Trump ordnete daraufhin als Vergeltung einen Raketenangriff auf den syrischen Flugplatz Schairat an. Die syrische Regierung streitet jegliche Vorwürfe wegen des angeblichen Giftgasangriffs ab.

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