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    US-Armee während Übungen auf Alaska (Archiv)

    Experte: USA setzen auf Alaska „Anakonda-Plan“ gegen Russland um

    © Foto : DoD photo by Senior Airman Zachary Perras, U.S. Air Force
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    Wissen Sie noch, wie das war, mit den US-Abfangraketen in Rumänien? Vor einem Angriff aus dem Iran sollten sie schützen. Zwar hat Teheran keine Rakete, die nach Europa fliegen könnte – das US-System aber steht schon auf rumänischem Boden. Etwas Ähnliches macht Washington jetzt auch in Alaska, schreibt das Portal „rueconomics“.

    Eine neue Abfangstation haben die USA in Alaska hochgezogen – mit einer ähnlichen Begründung: Für den Fall eines Raketenangriffs aus Nordkorea. Dieser Stützpunkt ist von Pjöngjang zwar ebenso weit weg wie der Atlantik vom Ural, aber dafür liegt er ziemlich nah an der Grenze zu Russland.

    „Natürlich haben die US-Amerikaner auch Bilder gezeigt, auf denen Raketen aus Nordkorea in einer Kurve in Richtung der Vereinigten Staaten fliegen und entsprechend über Alaska abgefangen werden. Das ist zwar Unsinn – so fliegen Raketen nicht –, aber die Situation ist ja auch ähnlich wie mit Rumänien“, sagte der Militärexperte Alexej Leonkow dem Portal.

    44 Abfangraketen sind derzeit in Alaska stationiert, bis Ende dieses Jahres schon soll die Station voll einsatzfähig sein. Zudem hat das Pentagon beim US-Kongress um zusätzliche 136 Millionen Dollar angefragt, um weitere 20 Flugkörper unweit der russischen Grenze zu stationieren – 64 Stück insgesamt. Und in die Silos des US-Stützpunkts passen nicht nur Abfangraketen, sondern auch Tomahawks, Lenkraketen für Angriffe auf Bodenziele.

    Hier wird’s gefährlich. Dass Washington Teile seines „Raketenschilds“ in unmittelbarer Nähe russischer Grenzen stationiert, sei im sogenannten Anakonda-Plan vorgesehen: „Damit soll Russland größtmöglich mit solchen Systemen umschlossen werden, um Moskau die Möglichkeit eines Gegenschlags zu nehmen, falls die USA das russische Gebiet atomar angreifen“, erklärt der Analyst.

    In diesem Zusammenhang sei an Washingtons Konzept des globalen „Blitzschlags“ erinnert: „Dabei sollen Russlands strategische Truppen durch überraschende Raketenangriffe kampfunfähig gemacht werden.“ Und es handele sich dabei nicht um propagandistische Kampfparolen, sondern um „Begriffe aus der offiziellen Militärdoktrin des Pentagons und Weißen Hauses“.

    Auf Grundlage dieses Konzepts trainieren auch die nuklearen Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Dies sei ein weiterer Beleg dafür, „dass die Amerikaner zwar viel über Zusammenarbeit mit Russland reden, jedoch völlig gegensätzlich handeln“, so der Analyst.

    Russlands Präsident Wladimir Putin (l.), sein US-Amtskollege Donald Trump in Hamburg, 7. Juli 2017
    © Sputnik / Michail Klimentjew
    Dass die sogenannte Abfangstation auf Alaska nicht nur Abfang-, sondern auch Lenkraketen abschießen kann – wie auch der baugleiche Stützpunkt in Rumänien – sei für Russland eine ernstzunehmende Gefahr.

    Der „Raketenschild“ bedrohe russische Militärbasen in Russlands Fernost-Gebieten – auf Tschukotka, Kamtschatka und den Kurilen. Auch die Häfen der russischen Pazifikflotte mit ihren Atom-U-Booten und die strategisch wichtigen Frühwarnradare seien von Alaska aus erreichbar.

    Mit der Umsetzung des Anakonda-Plans beginnen konnten die USA, nachdem Washington unter George W. Bush einseitig aus dem ABM-Vertrag ausgetreten war. Bislang haben die Amerikaner punktuelle Erfolge beim Aufbau ihres „Raketenschilds“ erzielt. Doch seien die Abfangstationen der USA rund um den Globus keine Einzelfälle – dass sie aus Moskauer Sicht besorgniserregend seien, sei nachvollziehbar, sagt der Experte Leonkow.

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    Tags:
    Plan, Stützpunkt, Raketenschild, Nordkorea, Alaska, Russland, USA