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    Russische Abfangjäger in Arktis: „Nicht einmal eine Maus kommt durch“

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    Die Errichtung militärischer Flugplätze im russischen Norden schreitet voran. Es entsteht ein ganzes Netzwerk – die einstige sowjetische Infrastruktur wird zum Teil wiederaufgebaut und durch neue Optionen ergänzt. Wozu Russland das braucht, erläutern Experten, die vom TV-Sender Swesda befragt wurden.

    Die Sanierungs- bzw. Bauarbeiten an zehn militärischen Flugplätzen in der russischen Arktis nähern sich derzeit ihrem Ende, wie der Sender unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium berichtet. 

    Russische Militärtechnik in der Arktis (Archivbild)
    © Sputnik / Verteidigungsministerium Russlands
    Die wichtigsten arktischen Militärflugplätze sollen dem Bericht zufolge an der Tschuktschensee, auf den Neusibirischen Inseln, auf dem Franz-Josef-Land und im Gebiet Murmansk rund ums Jahr funktionieren: „Jeder davon soll in der Lage sein, sowohl schwere Transportflugzeuge als auch Abfangjäger aufzunehmen. Vor allem geht es dabei um MiG-31-Jäger, die fähig sind, in die Stratosphäre aufzusteigen und Flugzeuge des angenommenen Gegners, aber auch Raketen verschiedener Klassen zu zerstören.“

    Der russische Luftwaffenexperte Alexander Drobyschewski sagte dem Sender: „Im Norden mit seinen Entfernungen von vielen tausend Kilometern ist es beim Abfangen sehr wichtig, aus einer kürzeren Distanz zu starten, damit man beispielsweise keine wertvolle Zeit für einen Flug von Nowosibirsk aus verliert, sondern direkt am Nordpolarmeer abhebt.“

    Mehr Vorteile werde es auch für Langstreckenbomber geben. Zwar sei es kaum zweckmäßig, sie in der Arktis ständig zu stationieren, doch bei Bedarf werde es möglich sein, die neuen arktischen Basen als Zwischenlandeplätze zu nutzen, so Drobyschewski.

    Der russische Militärexperte Wladislaw Schurygin sagte im Hinblick auf den Bau neuer Flugplätze: „Das ist eine Art Spinngewebe, die die ganze russische Arktis-Küste bedecken soll. Zuvor hatten wir den Norden vor allem mit Flugabwehrsystemen abgeschirmt, die nun auch, soviel ich weiß, deutlich stärker werden sollen – durch die Stationierung einer neuen Flugabwehr-Division. Dass die russische Luftwaffe einen Arktis-Zugang bekommt, soll dieses Potenzial sehr wesentlich erhöhen. Nicht einmal eine Maus kommt nun sozusagen durch.“

    Es gehe nicht nur um neue Start- und Landebahnen in der Arktis, sondern auch um Leitzentralen und Radaranlagen. Mit diesen neuen Optionen werde die russische Luftwaffe nun fähig sein, sowohl den Ural mit seinen Industriebetrieben als auch die Region Moskau sicher abzuschirmen, so Schurygin.

    Russischer Militärstützpunkt „Arktisches Dreiblatt“
    © Sputnik / Russlands Verteidigungsministerium
    Der Sender kommentiert, der Bedarf an militärischen Optionen in den russischen Arktis-Gebieten sei noch Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden. Die US-Luftwaffe habe damals ihre Aufklärungsflüge nahe der sowjetischen Grenze intensiviert, um Informationen im Sinne des Projekts Dropshot zu sammeln, das einen Kriegsplan gegen die Sowjetunion beinhaltete.

    Die Arktis sei der einfachste Weg für einen befürchteten US-Luftwaffenangriff gewesen: „Ausgerechnet deshalb begann die Sowjetunion seit Mitte der 1950er Jahre mit dem Aufbau eines militärischen Flugplatz-Netzes auf ihren nördlichen Inseln (…) Die Arktis ist nach wie vor eine äußerst wichtige Region – sowohl im Sinne der Wirtschaftsentwicklung als auch für eine Aufrechterhaltung der Kräftebilanz bei der nuklearen Abschreckung.“

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    Präsenz, Sicherheit, MiG-31, Russische Luftwaffe, Arktis, USA, Russland