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07:41 22 Oktober 2019
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    Giftgasangriff in Syrien (Archiv)

    Syrischer UN-Botschafter erwischt Leiter der UN-OPCW-Mission beim Lügen – Medien

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    Der syrische UN-Botschafter Baschar al-Dschafari hat den Leiter des Gemeinsamen Mechanismus der OPCW und der Uno, Edmond Mulet, beim Lügen erwischt, berichtet das syrische staatliche Fernsehen.

    Laut al-Dschafari heißt es in dem Bericht des Gemeinsamen Mechanismus der Uno und der OPCW, dass Damaskus die Mission über die Ergebnisse der internen Ermittlung nicht informiert hat, was jedoch nicht stimmt. „Am 16. August habe ich dem Leiter der Mission die Kopie des Berichtes des syrischen Nationalkomitees zum Giftgasangriff in Chan Scheihun übergeben. Ich habe ihm gesagt, dass er der einzige UN-Beamte ist, der die Kopie dieses Berichtes hat“, sagte al-Dschafari.

    Der syrische UN-Botschafter wies auf Befangenheit und Politisierung des Gemeinsamen Mechanismus hin. Er stellte auch die Frage, ob die Beweise, die die Mission genutzt hat, glaubwürdig sind. Im Bericht heißt es zum Beispiel, dass die Stadt Chan Scheihun damals unter der Kontrolle der Terrormiliz al-Nusra-Front war. Aber die Mitarbeiter der Mission halten die Beweise, die von den Terroristen vorbereitet und verfälscht werden könnten, für verlässlich. Er versteht auch nicht, warum die Mission einen Besuch in Chan Scheihun verweigert hat.

    Der Gemeinsame Mechanismus der Uno und der OPCW (Joint Investigation Mechanism) hatte Mitte September dem UN-Sicherheitsrat seinen Bericht über Giftgas-Attacken in Syrien vorgestellt. UN-Experten hatten die syrische Armee für den Giftgasangriff in Chan Scheihun verantwortlich gemacht. Das Giftgas sei mit einer Bombe aus einem Flugzeug abgeworfen worden. Dem Bericht zufolge setzte der IS im September 2016 zudem Senfgas in der syrischen Stadt Umm Hausch ein.

    Zuvor hatte Russland ein Veto gegen eine von den USA geforderte Terminverlängerung für die UN-Giftgasuntersuchung in Syrien eingelegt. Das Mandat der Untersuchungskommission läuft am 17. November aus. Moskau begründete sein Veto damit, dass zuerst ein Bericht über die Giftgasattacke am 4. April vorgelegt werden müsse, ehe das Mandat verlängert werden könne.

    Am 4. April 2017 waren in der syrischen Stadt Chan Scheihun bei einem Giftgasangriff mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. US-Präsident Donald Trump ordnete daraufhin als Vergeltung einen Raketenangriff auf den syrischen Flugplatz Schairat an. Die syrische Regierung streitet jegliche Vorwürfe bezüglich des angeblichen Giftgasangriffs ab.

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    Tags:
    Giftgasangriff, UN, OPCW, Edmond Mulet, Baschar al-Dschafari, Chan Scheichun, Syrien