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07:28 23 Juli 2019
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    Jahrestag des Wolhynien-Massakers - Gegner der Bandera-Nachfolger bei einem Gedenkmarsch durch die polnische Stadt Przemyśl

    Verwandelt sich Polen aus Kiews strategischem Partner in dessen Feind?

    © Sputnik / Alexey Vitvitsky
    Politik
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    Soll Polen auch weiter als strategischer Partner der Ukraine und als ihr Anwalt in der EU auftreten? Der unabhängige Abgeordnete des polnischen Sejm, Janusz Sanocki, hat mit Sputnik über Kiews Ideologie und den maßgebenden Unterschied zwischen der Ukraine und dem entnazifizierten Deutschland gesprochen.

    Laut Sanocki soll die Ukraine ihre geschichtliche und nationale Identität sowie „positive, gute, großherzige, humane Helden“ auf der Basis humanitärer Werte finden.

    „Aber auf dem Maidan habe ich seit dem ersten Teil der ‚Orangen Revolution‘ die Flaggen der Ukrainischen Aufständischen Armee, Porträts von Bandera gesehen, laute Reden neuer Bandera-Anhänger gehört. <…> Dann hatte ich keine Lust mehr, in die Ukraine zu fahren“.

    Sanockis Familie stammt aus Wolhynien, wo die Ukrainische Aufständische Armee (UPA) im Sommer 1943 ein Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung verübte. Die UPA wurde 1942 auf Beschluss der von dem radikalen nationalistischen Politiker Stepan Bandera gegründeten Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) als deren militärischer Arm ins Leben gerufen.

    Mehr zum Thema: „Mit Bandera kommt Ukraine nicht nach Europa“ – Polen gegen ukrainische Nationalisten

    „Jetzt versucht Kiew zweifelsohne, der ganzen ukrainischen Gesellschaft die Traditionen der UPA aufzuzwingen, damit ihre Kämpfer zum Vorbild für die junge Generation der Ukrainer werden. Das bedroht aber meiner Meinung nach die Entwicklung guter Beziehungen zwischen den Ländern unserer Region“, so der Abgeordnete.

    Polen hätte der Ukraine von Anfang an direkt sagen müssen, dass sie „mit Bandera nie Europa beitreten wird“, weil niemand ein Land mit solch einer Ideologie mit Respekt und Ernst betrachten werde.

    „Da ist das Beispiel Deutschland für alle belehrend, weil die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg die Verbrechen des Nazismus und Hitlers verurteilt und sich auf diese Weise von der Schuld für die Gräuel des Faschismus befreit haben“.

    Mehr zum Thema: „Heil Ukraine“: So marschierten Rechtsradikale durch Kiew – VIDEOs

    In Deutschland seien keine Denkmäler von Himmler, Göring oder SS-Kämpfern zu sehen, in der Ukraine seien aber Banderas Porträts allgegenwärtig, was nicht nur für Polen, sondern auch „für alle nüchterne und zivilisierte Menschen unzulässig“ sei.

    „Wegen seiner kurzsichtigen Politik in Bezug auf die Ukraine ist Polen in eine Sackgasse geraten, hat wegen Kiew gute Beziehungen zu Russland verschmäht – völlig   umsonst! Jetzt tragen wir eine schwere Last der Probleme wegen der Politik unserer übermäßigen Unterstützung für die Ukraine“.

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    Tags:
    Ideologie, Nazis, Rechtsextremismus, Stepan Bandera, Polen, Ukraine, Deutschland