00:25 26 Februar 2020
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    Die Tatsache, dass US-Präsident Donald Trump am Rande des APEC-Gipfels in Vietnam mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin das Thema der angeblichen Einmischung Moskaus in die US-Wahlen besprochen hat, zeugt laut einer russischen Politik-Expertin davon, dass sich persönliche Beziehungen zwischen den beiden Staatschefs entwickeln.

    Donald Trump und Wladimir Putin
    © AFP 2019 / Odd Andersen, Jim Watson
    Trump soll in seinem Gespräch mit Putin erklärt haben, dass die Russland-Affäre weiterhin auf der Agenda der amerikanischen Presse stehe, weshalb er sich bei seinem Amtskollegen erkundigen wolle, ob es berechtigte Gründe dafür gebe. Es heißt, dieser habe geantwortet, dass das Thema jeder Grundlage entbehre, und sogar jede hypothetische Möglichkeit dafür dementiert.

    Wiktorija Schurawljowa, Leiterin der Abteilung Außen- und Innenpolitik am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften, verwies darauf, dass die USA diese Frage als Universalmittel für Druck auf Trump nutzten, der bereits die ganze Außenpolitik des Weißen Hauses gelähmt habe. Außerdem habe die Geschichte rund um die angebliche „russische Spur“ im US-Wahlkampf dazu geführt, dass die Beziehungen zwischen den beiden Ländern eingefroren seien, vor allem weil die „demokratischen“ Medien Trump offen als Kreml-Protegé bezeichneten. 

    „Es ist schon gut, dass sich Putin und Trump getroffen, über etwas gesprochen haben und sogar zu Vereinbarungen gekommen sind, wenn auch diese den Kampf gegen den internationalen Terrorismus betreffen. Das zeugt davon, dass die Staatschefs einen persönlichen Kontakt haben, und das gibt uns Hoffnung für die Zukunft“, sagte die Expertin gegenüber dem Portal rueconomics.

    Donald Trump und Wladimir Putin bei Gruppenfotozeremonie des APEC-Gipfels
    © AFP 2019 / Vietnam News Agency/ STR
    Ungeachtet dessen, dass Russlands Präsident diese Frage bei seinem Gespräch mit Trump kommentiert habe, werde dies den Sachstand in den USA aber nicht beeinflussen. Die Politik-Expertin ist überzeugt, dass der US-Kongress in der nächsten Zeit nicht auf seine antirussische Rhetorik verzichten werde, weil sie für seine innenpolitischen Spielchen und die Kontrolle des Weißen Hauses notwendig sei.

    US-Strategie: Eindämmung Russlands

    Schurawljowa verwies ferner darauf, dass „im Rahmen des heutigen amerikanischen Zweiparteiensystems ein Konsensus besteht, gemäß dem die Politik der Eindämmung Russlands eine effektive Außenpolitik der USA darstellt und Washington sich weiter an sie halten soll“. Diese These sei Teil der Strategie der amerikanischen Führungsrolle in der Welt, die für das politische US-Establishment, sowohl unter den Demokraten als auch den Republikanern, äußerst wichtig sei. 

    „In einer solchen Situation ist es schon gut, dass die Präsidenten Russlands und der USA miteinander sprechen, obwohl dieser Dialog bisher keine Dividenden gebracht hat. In jedem Fall ist es viel besser, als wenn sie überhaupt nicht miteinander gesprochen hätten. Das schafft einen Kanal des Zusammenwirkens im Falle der Entstehung von Krisensituationen in der globalen Politik“, erläuterte die Expertin.

    Das habe Präsident Trump, so Schurawljowa weiter, auch in der amerikanischen Presse bestätigt, indem er gesagt habe, dass sich sehr gute persönliche Beziehungen zwischen ihm und Putin entwickelten, obwohl sie einander eigentlich nicht gut kennen würden.

    Gleichzeitig solle aber man nicht damit rechnen, dass ein Zusammenwirken das Thema Russland im US-Kongress beeinflusse: Dies hänge nämlich nicht vom Dialog der beiden Präsidenten ab.

    „Das Thema mit den Hackern und der angeblichen russischen Einmischung in die US-Wahlen ist ein ausgezeichnetes Werkzeug zur Schaffung einer notwendigen Umgebung in den USA dafür, dass der Kongress Trump weiter kontrollieren kann. Deswegen wird man in Washington eindeutig nicht darauf verzichten“, sagte Schurawljowa.

    Trotz des enormen Drucks konnte Russland laut der Expertin jedoch zwei bedeutende strategische Aufgaben lösen: Einerseits habe das Land Bedingungen für die Syrien-Regelung erörtert, andererseits sei ein Not-Kommunikationskanal zwischen Moskau und Washington eingerichtet worden.

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    Tags:
    Strategie, Eindämmung, Gespräch, Einmischung, Beziehungen, APEC-Gipfel, US-Kongress, Wladimir Putin, Donald Trump, USA, Russland