01:29 15 Juli 2020
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    Die Frage in Bezug auf den Kauf von russischen Luftabwehrsystemen S-400 ist laut dem türkischen Verteidigungsminister Nurettin Canikli gelöst. Dennoch nehme Ankara nun die Entwicklung eigener Luftabwehrsysteme in Aussicht.

    „Die Luftabwehrsysteme S-400 sind erworben worden. Alles, was mit dieser Frage zusammenhängt, ist bereits reine Formalität. Dennoch wollen wir uns mit dem Erreichten nicht zufriedengeben und zielen auf die Entwicklung eigener Kapazitäten ab. Die Luftabwehrsysteme sollten in der Türkei selbst, in einheimischen Betrieben gebaut werden“, zitiert die Agentur Anadolu Canikli.

    Gerade aus diesem Grund wurde ihm zufolge ein Vorvertrag mit dem französisch-italienischen Konsortium Eurosam geschlossen.

    Bei dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Mittwoch in Brüssel war ein Absichtsmemorandum zwischen der Türkei, Frankreich und Italien im Luftabwehrbereich unterzeichnet worden. Es soll unter anderem eine gemeinsame Produktion von Luftabwehrsystemen der neuen Generation SAMP-T mit dem Konsortium Eurosam und ihre Lieferung an Ankara vorsehen.          

    Am 12. September hatten Moskau und Ankara eine Übereinkunft über die Lieferung der russischen S-400-Raketensysteme an die Türkei erzielt und einen Vertrag unterzeichnet. Zuvor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, Ankara habe die erste Anzahlung für die russischen S-400-Raketenkomplexe getätigt.

    Der Besitz von S-400-Komplexen ist für die Türkei von großer Bedeutung. Derartige Raketen hat bereits der Iran — der Hauptgegner Ankaras in der Region. Ein weiterer regionaler Gegner – Syrien – hat taktische und operativ-taktische Raketen großer Reichweite im Dienst.

     

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    Tags:
    Luftabwehrsysteme SAMP-T, S-400, Konsortium Eurosam, NATO, Recep Tayyip Erdogan, Nurettin Canikli, Italien, Frankreich, Russland, Türkei