09:11 15 November 2019
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    Laser im All gegen Sowjetunion: SDI-Programm mit seinen realen Zielen

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    Die Strategic Defense Initiative (SDI), die unter Ronald Reagan ein groß angelegtes Waffenprogramm fürs All beinhaltete, war einerseits eine Art Bluff zur Einschüchterung der Sowjetunion – andererseits strebten die USA jedoch wirklich einen technologischen Durchbruch an. Aus diesem Blickwinkel betrachtet der russische TV-Sender Swesda das Thema.

    „Die Strategische Verteidigungsinitiative wird oft als Hauptbluff des Kalten Krieges bezeichnet. In den USA ist man nach wie vor der Meinung, die SDI habe die Sowjets ‚durchblicken‘ lassen, dass ein Atomkrieg aussichtslos sei“, kommentiert der Sender auf seiner Webseite.

    Er berichtet: „Mit aller Kraft versuchten die USA, ihren potenziellen Gegner davon zu überzeugen, dass die SDI umsetzbar sei. Mehrere Hundert Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Rahmen der Weltraumforschung und ihrer verwandten Branchen, Tests, vorgeplantes Durchsickern von Informationen – das Geheimdienst-Spiel war groß angelegt.“

    Die SDI habe Optionen vorgesehen, um sowjetische Raketen in allen Flugphasen zu orten und abzufangen. Als Hauptinstrument zu ihrer Bekämpfung sei der Laser ausgewählt worden. Die besten US-Physiker hätten daran gearbeitet, so der Bericht.

    „Entgegen der weitverbreiteten Meinung war es nicht geplant, die SDI-Komponenten ständig im Orbit zu stationieren. Stattdessen wollte man ballistische Raketen einsetzen, um nuklear gepumpte Laseranlagen ins All zu schießen, falls ein Angriff befohlen wird“, erläutert der Sender.

    Eine praktische Umsetzung des Projekts sei jedoch ausgeblieben, denn es sei den US-Forschern nicht gelungen, effiziente Optionen zu finden, um Ziele im Weltraum aus großer Distanz zu zerstören, hieß es.

    Auch die sowjetischen Forscher hätten damals nach einer akribischen Analyse eindeutig schlussfolgert, dass das im Rahmen der SDI angekündigte Abfangen von Wiedereintrittskörpern nicht funktionieren werde, hieß es weiter.

    Manche Ideen im Rahmen der SDI-Projekte seien noch phantastischer gewesen – wie beispielsweise eine Energie-Übertragung an die Laseranlagen im All mit Hilfe von speziellen Spiegeln, stellt der Sender fest.

    Der russische Militärhistoriker Jewgeni Belasch sagte dem Sender: „Erdachte Schrecken in Bezug auf die SDI gab es deutlich mehr als reale Leistungen. Jenes Programm kam zustande, um zwei Hauptziele zu erreichen. Das erste davon war rein politisch und bestand darin, die Sowjetunion mit künftigen Waffen einzuschüchtern. Das zweite Ziel war praktisch und lief darauf hinaus, die Nasa und die verwandten Branchen weiter zu fördern.“

    Der Historiker meinte, die USA hätten tatsächlich einen Durchbruch in Sachen Waffenentwicklung gegen die Sowjetunion angestrebt. Die SDI sei jedoch an begrenzten und allzu aufwendigen Technologien gescheitert und schließlich verkommen.

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    Tags:
    Satelliten, Betrug, Weltraumwaffen, Pentagon, Ronald Reagan, USA