20:36 20 April 2019
SNA Radio
    Sicherheitskräfte von Kosovo (Archiv)

    Problem der Kosovo-Serben: „Sobald Pristina eine Erlaubnis von Washington bekommt…“

    © AP Photo /
    Politik
    Zum Kurzlink
    1013120

    Die Regierung in Pristina will eine Armee aufstellen – und die Kosovo-Serben schließen im Gegenzug die Gründung einer eigenen Volkswehr nicht aus, wie die russische Zeitung „Iswestija“ berichtet. Sie befürchtet im Hinblick auf die ohnehin komplizierte Kosovo-Situation neue Spannungen, die die Balkan-Region destabilisieren könnten.

    Die Zeitung schreibt, Kosovo-Präsident Hashim Thaçi habe mehrmals seine Unterstützung für die Idee zum Ausdruck gebracht, wonach das Kosovo seine eigenen Streitkräfte bekommen soll. Er plädiere für eine entsprechende Verfassungsänderung und habe kürzlich sogar angekündigt, dass die Idee mit der Armee bereits gegen Jahresende umgesetzt werden könnte.

    Die Kosovo-Serben sind über solche Initiativen ernsthaft besorgt und sehen ihre eigene Sicherheit dadurch gefährdet. Im Moment hat das teilweise anerkannte Kosovo leicht bewaffnete Sicherheitskräfte, die faktisch von der EU-Mission in der Republik kontrolliert werden“, heißt es im Bericht. 

    IS-Kämpfer bei Palmyra
    © AP Photo / Militant Photo
    Wie ein Spitzenvertreter der serbischen Gemeinde im Kosovo, Oliver Ivanović, der Zeitung sagte, könnten die Kosovo-Serben eine Volkswehr aufstellen – als Gegengewicht zu den Pristina-Streitkräften.

    Božidar Delić, einst ranghoher Offizier der jugoslawischen Armee während des Kosovokriegs, sagte der Zeitung: „Albanische Offiziere aus dem Kosovo werden in Amerika und in der Türkei ausgebildet (…) Pristina hat Hubschrauber und leichte Waffen, denn die USA leisten ihm eine wesentliche militärische Hilfe. Sobald Pristina eine Erlaubnis von Washington bekommt, wird es eine Armee aufstellen.“

    „Die Serben, die nördlich des Flusses Ibar leben, sind in der Lage, eine eigene Volkswehr zu organisieren, und ich bin sicher, dass sie das tun werden“, so Delić. Wie die Zeitung erläutert, macht der Ibar eine „ethnische Grenze“ im Kosovo aus, indem er die Stadt Mitrovica in einen serbisch und einen albanisch geprägten Teil spaltet.

    Die Zeitung befürchtet: „Spannungen im Kosovo zwischen christlich-orthodoxen Serben und muslimisch-gläubigen Albanern könnten nicht nur auf einen lokalen bewaffneten Zusammenstoß hinauslaufen, sondern auch eine Instabilität in der ganzen Balkan-Region provozieren.“

    „Das Kosovo-Problem ist der Hauptfaktor der Instabilität in der Balkan-Region. Die angespannten Beziehungen zwischen der Albaner- und der Serben-Bevölkerung gehen vor allem auf den ungeklärten Status des Kosovo zurück – dieses hatte im Jahr 2008 unilateral und mit Unterstützung der meisten westlichen Länder seine Unabhängigkeit ausgerufen, die von Belgrad nicht anerkannt wurde“, so der Zeitungskommentar.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Kosovo braucht keine NATO-Mitgliedschaft, Allianz ist schon im Kosovo - Experten
    EU investiert über zwei Mio. Euro in europäische Integration Serbiens und des Kosovo
    Kosovo: Von wem und wie wird diese serbische Provinz geteilt?
    Tags:
    Verbrechen, Verteidigung, Armee, EU, Jugoslawien, Kosovo, USA, Serbien