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    Atom-U-Boot Nerpa (Archivbild)

    Moskau dementiert: Keine US-Amerikaner auf russischem U-Boot in Indien

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    Als falsch weist das für Waffenexporte zuständige russische Föderale Amt für Militärtechnische Zusammenarbeit Medienberichte zurück, laut denen Indien den Zugang zu einem von Russland gepachteten Atom-U-Boot – trotz Vertrag – für Spezialisten der US Navy genehmigt haben soll.

    „Das ist eine gezielte Desinformation“, sagte der Leiter der Behörde, Dmitri Schugajew, am Montag im russischen Fernsehen.

    In der vergangenen Woche hatte die Tageszeitung „Kommersant“ unter Berufung auf verschiedene Quellen in den russischen Behörden berichtet, dass eine Delegation der US-Kriegsmarine ohne Zustimmung aus Moskau — die INS Chakra besucht habe. Bei dieser handelt es sich um das russische Atom-U-Boot K-152 Nerpa (Projekt 971, Klasse Schtschuka-B), das Indien seit 2012 least. 

    Laut „Kommersant“ soll der Vorfall die traditionsreiche Rüstungskooperation zwischen Moskau und Neu-Delhi überschattet haben.

    Die K-152 Nerpa (Projekt 971, Klasse Schtschuka-B) hatte 2012 bei der indischen Kriegsmarine als INS Chakra den Dienst angetreten. Der entsprechende Leasingvertrag hat einen Wert von 650 Millionen US-Dollar und ist auf zehn Jahre ausgelegt.

    Bei einer Wasserverdrängung von 8140/12.770 Tonnen und einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten kann die Nerpa bis zu 600 Meter tief tauchen und 100 Tage lang unter Wasser bleiben. Die Besatzung besteht aus 73 Mann. Das U-Boot ist mit vier 533-mm-Torpedorohren und vier 650-mm-Torpedorohren ausgestattet.

    Die Übergabe des U-Bootes war bereits für 2008 geplant gewesen, musste jedoch wegen eines tödlichen Unglücks verschoben werden. Am 9. November 2008 befand sich die Nerpa mit 208 Insassen an Bord auf einer Testfahrt im Japanischen Meer, als das chemische Brandschutzsystem LOCH plötzlich ansprang und das giftige Gas Freon (Halogenkohlenwasserstoff) freisetzte, das im Falle eines Brandes der Luft den Sauerstoff entzieht. In der Folge erstickten 20 Menschen, mehr als 20 weitere wurden verletzt.

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    Tags:
    Indien, Russland