18:29 17 November 2017
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    Erodogan und Putin

    „Ohne quasi-diplomatische Verfahren“: Putin-Erdogan-Treffen nach vier Stunden zu Ende

    © Sputnik/ Sergey Guneev
    Politik
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    Nach mehr als vier Stunden ist das Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in Sotschi zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt standen das Thema Syrien und die Wiederherstellung des Handels.

    Vor der Presse unterstrich Putin den produktiven Charakter des Gesprächs. Seine Treffen mit Erdogan verliefen eigentlich immer operativ, ohne Bürokratie und überflüssige „quasi-diplomatischen“ Verfahren, betonte der russische Staatschef.

    Gemeinsamer Handel

    Die Staatschefs haben den bilateralen Handel besprochen, und konkret den Rückgang im Handelsumsatz im vergangenen Jahr und die Einschränkungen im Lebensmittelimport.

    Bei dem Treffen wurde laut Putin beschlossen, die Einfuhr einer Reihe von türkischen Lebensmitteln wieder aufzunehmen. Die Zusammenarbeit der beiden Länder sei so gut wie vollständig wiederhergestellt. Das gemeinsame Handelsvolumen sei um 36 Prozent gestiegen.

    Erdogan plädierte seinerseits für die Aufhebung der verbliebenen Handels-Einschränkungen mit Russland. Der türkische Präsident strebt nach eigenen Worten ein Handelsvolumen von 100 Milliarden US-Dollar an. Dafür müssen laut ihm alle Hürden für die Kooperation zwischen den Geschäftsleuten beider Länder beseitigt werden. Wie er hinzufügte, erreichte im ersten Quartal 2017 das „Niveau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen“ 15 Milliarden US-Dollar.

    Syrien-Konflikt

    Beim Thema Syrien hob Putin die Arbeit Russlands, der Türkei und des Iran als Garant-Staaten für den syrischen Friedensprozess hervor. Diese Arbeit zeige weiterhin ihre Wirkung: Das Niveau der Gewalt in Syrien sei gesunken. Dies schaffe wiederum Bedingungen zur Förderung des zwischensyrischen Dialogs.

    Russland und die Türkei seien sich zudem einig, dass es mehr Bemühungen um eine politische Regelung in Syrien bedürfe, so Putin weiter.

    Erdogan erklärte seinerseits, dass die Schaffung von Schutzzonen in Syrien einen wichtigen Beitrag bei der Regelung des Konflikts geleistet habe. Es seien Grundlagen für den politischen Frieden in der Region entstanden.

    Rüstungsindustrie

    Ankara legt laut Erdogan großen Wert auf gemeinsame Bemühungen Russlands und der Türkei im Bereich der Rüstungsindustrie.

    Am Sonntag gab Ankara den erfolgreichen Erwerb russischer S-400-Luftabwehrsysteme bekannt. Die erste Zahlung hatte Ankara Anfang September geleistet. Der türkische Premier Binali Yildirim nannte seinerseits den Deal mit Russland eine Notwendigkeit. „S-400 ist keine Präferenz, sondern eine Notwendigkeit“, zitiert ihn Bloomberg. Die Türkei habe auf ähnliche Systeme der USA und der Nato gehofft, aber keine Angebote erhalten, die ihren Erwartungen entsprechen würden, betonte er weiter.

    Einladung zum Beginn von Atomkraftwerk-Fundamentbau

    Der türkische Präsident lud Putin zum offiziellen Beginn des Fundamentbaus für das Atomkraftwerk Akkuyu ein. Der Eigentümer des Kernkraftwerks ist der russische Konzern Rosatom. Russland plant Investitionen in das Projekt in Höhe von 22 Milliarden US-Dollar. Die türkische Seite rechnet mit dem Starten des ersten Reaktors im Jahr 2023.

     

    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, Türkei, Russland
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